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Susanne Hövelmann

Wo früher die Trauer von einer Großfamilie aufgefangen wurde, erfahren Trauernde heute nach dem Verlust eines nahe stehenden Menschen nur selten, dass sie umfassend von ihrem sozialen Umfeld unterstützt werden. Viele Hinterbliebene fühlen sich allein gelassen oder auch unverstanden. Einige haben auch Angst, ihr soziales Umfeld mit Ihren Nöten zu belasten. Ein Rückzug in die Trauer ist dann nicht selten die Folge. 

Susanne Hövelmann ist nicht nur die Telefonberatung für trauer.de, sondern auch ... 

  • Trauerbegleiterin (BAG Trauerbegleitung) für Erwachsene, Kinder und Jugendliche

  • Trauerrednerin

  • Diplom-Sozialarbeiterin (FH) /Diplom-Sozialpädagogin (FH)

  • Erzieherin

  • Buchautorin

  • Gründerin und Leiterin der Gruppe für trauernde Kinder Dortmund

Susanne Hövelmann, wir freuen uns, dass wir Sie als Experten für unser Trauerportal gewinnen konnten. In welchen Themen, würden Sie sagen, kennen Sie sich besonders gut aus?

Ich kenne mich sehr gut in der Begleitung von Kindern und in der Einzelbegleitung von Erwachsenen aus.

Haben Sie persönlich bereits Trauer empfunden? Mögen Sie darüber kurz etwas erzählen?

Ich habe Trauer empfunden, als zunächst im Alter von acht Jahren meine Oma verstarb, später ca. mit zehn Jahren mein Opa.

Sehr intensiv erlebte ich die Trauer um meinen Vater. Meinen Vater kannte ich nur sehr herzkrank und so war es für uns in der Familie „normal “ schon von Beginn meines Lebens über das Sterben und den Tod zu sprechen. Als er dann verstarb, habe ich die Trauer sehr ähnlich den Schilderungen von Elisabeth Kübler-Ross erlebt

Sie führen eine hohe Anzahl von Beratungen und Begleitungen durch. Gibt es eine Situation, die Ihnen bis heute in Erinnerung geblieben ist, die Sie besonders berührt hat?

Besonders berührt hat mich in der Gruppe für trauernde Kinder eine Familie deren Vater durch einen Schlaganfall morgens im Bad verstarb. Der jüngste Sohn war vier Jahre alt, als er mir sagte: Der Papa ist jetzt ein Schutzengel und ich hoffe er macht seine Arbeit gut.

Der älteste Sohn war acht Jahre und hat nach dem Tod des Vaters dessen Aufgaben übernehmen wollen. Besonders berührt hat mich auch die Begleitung von einem Klienten, der gerade frisch verliebt die Partnerin bei einem Verkehrsunfall verloren hat.

Trauer ist normal und gehört zum Leben dazu. Trotzdem versuchen viele Menschen, dieses Thema zu umgehen. Was ist Ihre Motivation sich beruflich mit Trauer zu beschäftigen und Trauernde zu begleiten?

Meine Motivation stammt aus meinem Erleben der Trauer um meinen Vater, Oma und Opa entstanden. Mein Vater verstarb 1992, wo es noch nicht so war, dass es professionelle Trauerbegleitung gab.  Für mich ist es ganz klar, dass eines jeder Mensch auf dieser Welt, jedes Lebewesen der Welt gleich hat: wir werden geboren und wir sterben.

Ich nehme wahr, dass in unserer Gesellschaft – Themen wie Traurigkeit,, Depression, Sterben , Tod und Trauer nicht gefragt sind solange man nicht  (fast nicht) selbst betroffen ist. Zwar wird in den Medien das Thema schon mehr als vor 10 Jahren noch behandelt – aber ein Fernsehprogramm lässt sich wechseln. Wenn eine Katastrophe passiert – wie Amokläufe etc. kocht auch unser Thema hoch, landet dann aber wieder in der hintersten Ecke. Ich finde auch, dass man sich nicht jeden Tag mit dem eigenen Tod beschäftigen muss. Ich möchte aber, dass der Tod zum Leben dazugehörig betrachtet wird, ebenfalls die Trauer.  

Um die Kraft aufzubringen trauernde Menschen zu begleiten, ist es besonders wichtig auch gut für sich selbst zu sorgen. Welche Möglichkeiten im Umgang mit der eigenen und der Trauer von Betroffenen haben Sie für sich gefunden?

Ich mache für mich Supervision und Wenderituale sowie Entspannungsmöglichkeiten, wo ich ganz abschalten kann.

Die virtuelle Beratung und Begleitung (hier der Chat und das Forum) trauernder Menschen bringt besondere Herausforderungen mit sich. Was ist Ihre Intention daran teilzunehmen und was erhoffen Sie sich von diesem Angebot?

Ich habe die Intention Menschen in ihrer Trauer zu begleiten und ihnen Halt zu geben.  Z.B. habe ich in der telefonischen Trauerhilfe über Trauer.de schon jemanden helfen können, der aus Krankheitsgründen im Rollstuhl sitzen muss und nur mit Hilfe anderer aus dem Haus kommen kann oder auch schreiben kann.

Der Lebenspartner hat die Hilfe bisher gemacht, verstarb aber. Diese Hilfe war aber nicht sofort von anderen möglich. Hier wird z. B mein Angebot genutzt mich anzurufen. Des Weiteren habe ich hier auch versucht, Trauerbegleiter vor Ort zu finden, die auch Klienten zu Hause begleiten. Andere rufen mich an und lassen sich helfen, in dem ich für Sie Trauerbegleitung in Ihrem Ort recherchiere.

Gibt es noch etwas, das Sie erwähnen möchten?'

Ja, ich finde es wunderbar, dass es Trauer.de und den Chat gibt.

Hier geht es zur Internetseite von Susanne Hövelmann

 

 

Trauerhilfe Live-Chat

Kai Sender
Sozialarbeiter
Bremen