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Wenn das Geld zur Bestattung fehlt

157 Anträge auf Bestattungshilfe sind im Vorjahr im Cottbuser Sozialamt eingegangen. In knapp 40 Prozent der Fälle wurde unterstützt. Für eine einfache Bestattung können nach einer aktuellen Erhebung in Cottbus durchaus 2400 Euro anfallen. Im Spree-Neiße-Kreis ist es weniger – dort wird die Höhe der Hilfe im Sterbefall jetzt auf den Prüfstand gestellt.

 

Im Zwölften Sozialgesetzbuch ist in Paragraf 74 geregelt, dass erforderliche Kosten für eine Bestattung übernommen werden, wenn sie dem Bestattungspflichtigen wirtschaftlich oder persönlich nicht zugemutet werden können. Laut Maren Dieckmann, Fachbereichsleiterin für Soziales in der Stadtverwaltung, waren im Jahr 2007 in Cottbus 87 Anträge auf Bestattungshilfe gestellt und davon 34 bewilligt worden. Im Jahr 2012 waren es 187 Anträge und 102 Bewilligungen, 2014 wurden 157 Anträge gestellt und 62 bewilligt. Seit 2004 zahlen Krankenkassen kein Sterbegeld mehr.

Dass Verstorbene keine Angehörigen haben, gibt es immer wieder. Die Bestattung ist dann Sache der Kommunen. "13 bis 17 solcher Fälle haben wir pro Jahr in Cottbus. Leicht gestiegen ist tatsächlich in den vergangenen drei Jahren die Zahl der Fälle, wo Angehörige ermittelt werden, diese aber aus ganz unterschiedlichen Gründen die Bestattung nicht einleiten und auch die Kosten nicht tragen wollen oder können", erklärt Maren Dieckmann.

Die Angehörigen ermittelt der Fachbereich Ordnung und Sicherheit über Anfragen im Nachlassgericht des Cottbuser Amtsgerichtes, beim Einwohnermeldeamt und in den Urkundenstellen. Im Jahr 2012 waren es 31 Angehörige, die ihrer Bestattungspflicht nicht nachkamen, 2014 waren es sechs mehr.

Nach dem Brandenburgischen Bestattungsgesetz muss die Einäscherung oder Erdbestattung bis zum zehnten Tag, nachdem der Tod festgestellt wurde, erfolgen. Denn sowohl die Suche nach Angehörigen könne darüber hinaus weiterlaufen als auch der Antrag des Bestattungspflichtigen später beim Sozialamt gestellt werden. "Dass die Anträge erst nach der Bestattung gestellt werden, ist sogar die Regel", bestätigt auch Ines Lober, die Fachbereichsleiterin für Soziales in der Kreisverwaltung Spree-Neiße.

Bei der Höhe der Kostenübernahmen aber scheint es Unterschiede zu geben. Ines Lober musste sich im Juni im Sozialausschuss des Kreistages fragen lassen, warum die Stadt Cottbus mehr Bestattungshilfe bewilligt als das Sozialamt Spree-Neiße. "Auch wir genehmigen aktuell etwa 70 Anträge auf Bestattungskosten im Jahr", sagt Ines Lober. Genauere Zahlen nennt sie noch nicht. Nach dem Hinweis im Sozialausschuss sollen die Regelungen auf den Prüfstand. Im Gegensatz zu Cottbus habe der Spree-Neiße-Kreis mehrere Kommunen mit unterschiedlichen Gebührensatzungen unter einen Hut zu bringen.

Die Stadt Cottbus erkennt für eine einfache, ortsübliche Sarg- oder Urnenbeisetzung erst einmal 800 Euro als Betrag an. Genau in dieser Höhe liegt die Nichtbeanstandungsgrenze. Das decke laut Maren Dieckmann die Kosten für den einfachen, soliden Sarg, die Sargdecke, Innenbett, Kissen, Leichenhemd und Gesichtstuch, die Gebühren, die der Bestatter fürs Waschen, Einkleiden, Aufbahren, Einsargen und Formalitäten erhebt, sowie die Trauerfeier samt Dekoration, Redner und Musik. Chancen, voll übernommen zu werden, haben auch Kosten zum Beispiel für die Grabstelle beziehungsweise Grabmiete, für die Sargträger, für eine Überführung, für das Krematorium, die Leichenschau, die Bestattungsgebühr für den jeweiligen Friedhof sowie die Gebühr für die Sterbeurkunde.

Selbst die Kosten für den Grabstein werden in der Stadt Cottbus anerkannt, wenn sie angemessen sind: Beim Urnengrab sind das 400 Euro für eine liegende Platte und 600 Euro für eine stehende Platte, beim Erdgrab ebenfalls 400 Euro für die liegende Platte und 900 Euro, wenn die Platte steht. "Berücksichtigen wir all diese Kostenpositionen, fallen im Schnitt in Cottbus für eine ortsübliche einfache Bestattung 2400 bis 2600 Euro an", so Maren Dieckmann.

Verluste als Chance – mit der Trauer reifen

Trauernde können nach einem Verlust an den anfallenden Aufgaben reifen. Niedergeschlagenheit ist nur ein Aspekt der Trauer, die ebenso auch Chancen bietet. Zu warnen ist jedoch vor einer „Tyrannei des positiven Denkens“.

Wertschätzung und die Anerkennung können Trauernden helfen.

„Was mich nicht umbringt, macht mich stärker“ hat einst der Philosoph Friedrich Nietzsche geschrieben. Menschen gehen in der Tat aus Krisen häufig gestärkt hervor. Aber gilt das auch im Trauerfall? Viele Hinterbliebene berichten, dass sie am Verlust und den zu erfüllenden Aufgaben persönlich gereift sind. Sie haben das Gefühl, dass sich ihre Persönlichkeit positiv entwickelt hat und sie innerlich gewachsen sind. Nichts spricht dagegen, dass Menschen sich nach einem Trauerfall positiv verändern.

Wenn Trauernde persönlich reifen, ist das Folge der eigenen Bewältigungsbemühungen, nicht des erlittenen Verlustes. „Wer Trauer als Entwicklungsaufgabe begreift, hat gute Chancen, persönlich daran zu reifen“, sagt die Diplompsychologin Hildegard Willmann. Trauernde sollten sich eine „notwendige“ persönliche Reifung jedoch auf keinen Fall einreden oder auferlegen (lassen), warnt Willmann. Eine „Tyrannei des positiven Denkens“ werde dem Einzelfall nicht gerecht und setze Trauernde zusätzlich unter Druck. Zu Recht erleben Hinterbliebene „Denk-positiv“-Ratschläge häufig als Zumutung, auch wenn sie gut gemeint sind. „Hilfreich sind das wertschätzende und nicht-wertende Zuhören und das Anerkennen des Schmerzes und der Schwierigkeiten“, rät Willmann. Trauernden hilft es häufig auch, wenn Außenstehende wahrgenommene positive Veränderungen ansprechen, darauf eingehen und die Trauernden bestärken.

Autor: Aeterintas e.V.

Nach dem Tod kommt die Zeit der Trauer

 Nach dem Tod eines geliebten und nahestehenden Menschen werden die Angehörigen und Freunde mit schmerzhaften und oft unerträglichen Emotionen konfrontiert. Die Hinterbliebenen müssen ihr Leben neu ausrichten. Das braucht Zeit. Einige erholen sich bereits nach einigen Monaten, andere brauchen Jahre, den Verlust zu bewältigen. Die Trauer dient dazu, den Schmerz zu verarbeiten. 


Es ist wichtig zu wissen, dass es ganz normal ist, von seiner Trauer überwältigt zu werden. Dabei ist Zeit kein Kriterium, denn jeder Mensch trauert anders. Es gibt nicht das eine typische Gefühl oder die eine typische Reaktion. Wissenschaftler haben trotzdem versucht, Gemeinsamkeiten festzustellen und den Ablauf des Trauerprozesses theoretisch zu erklären. Mit dem Schock nach der Nachricht vom Tod beginnt der Prozess der Trauerarbeit. Das Ende des Trauerprozesses ist durch eine Neuorientierung des gesamten Lebensgefüges zu sehen. In der Psychologie spricht man davon, dass der Mensch diese Zeit aktiv bewältigen und dabei verschiedene Trauerphasen durchlaufen muss.

 

Doch sie sind keine Liste, die der trauernde Mensch abzuarbeiten hat. Diese vier oder fünf Phasen, die verschiedene Wissenschaftler als Modelle in der Psychologie aufgestellt haben, sind nicht klar voneinander abgrenzbar. Es sind die Phasen des Schocks, der Kontrolle, der Regression und der Anpassung oder Adaption. Sie können ineinander übergehen, sich miteinander vermischen und auch wiederholen oder auch in veränderter zeitlich unterschiedlich langer Abfolge verlaufen. Denn Art und Dauer des Trauerprozesses werden vor allem von der Persönlichkeit des Trauernden, von den Umständen des Todes und der Beziehung zum Verstorbenen bestimmt. Der trauernde Mensch pendelt hin und her. Zwischen Sehnsucht, Kummer, Leere und Schmerz.

Aber auch zwischen Ablenkung, kurzfristiger Verdrängung, Zukunftsdenken und Momenten der Freude, die ihm eine Pause vom Schmerz gönnen. Bei der Trauerbewältigung wechseln sich daher die Schmerz- und Trauermomente mit denen der tröstenden Erinnerungen und der Freude ab. Viele führen innerlich die Beziehung mit dem Verstorbenen fort – nur jeder auf andere Weise. Sollte das Gefühl aufkommen, in einer Trauerphase festzustecken, kann ein Trauerbegleiter oder Psychologe professionelle Unterstützung bieten.

Autor: Bild: Fotolia

Wenn Kinder um einen geliebten Menschen trauern

Für Kinder ist es wichtig, dass sie bei ihrer ersten Begegnung mit den Themen Tod und Sterben nicht alleine sind. Vor allem Eltern sollten dabei helfen, mit dem Verlust einer geliebten Person umzugehen. 

 

Wenn Mutter und Vater ihrem Kind bei der Trauerbewältigung helfen möchten, sollten sie seine Gefühle ernst nehmen und mit ihm darüber sprechen.

Auch ganz junge Kinder sind bereits in der Lage zu begreifen, dass der Tod etwas Unumgängliches und Endgültiges ist, das zum Verlauf des Lebens dazugehört. Daher sollten Eltern und Verwandte aufrichtig über das Geschehene reden. So wie jeder Mensch hat auch jedes Kind seine eigene Methode der Trauerbewältigung. Eltern sollten ihrem Kind daher Zeit lassen zum Trauern und ihm zeigen, dass sie immer an seiner Seite sind.

Es ist wichtig, dass auch die Erwachsenen selbst ihre Trauer nicht unterdrücken oder versuchen, sie zu verbergen. Denn Kinder übernehmen oft das Verhalten der Eltern. Jeder sollte sich selbst gestatten zu trauern – Erwachsene genauso wie Kinder. Und häufig bringt gemeinsame Trauerbewältigung eine Familie näher zusammen. In der Familie sollte offen über die Gefühle der Trauer gesprochen werden. Gemeinsam sollte etwas gefunden werden, das Eltern und Kind bei der Trauerbewältigung hilft und jedem in der Familie neuen Halt gibt. So kann es beispielsweise einigen Kindern helfen, sich mit den neuen Gefühlen durch kreative Beschäftigungen auseinanderzusetzen, indem sie vielleicht malen, ein Instrument spielen oder ein Tagebuch schreiben.

Auch die eigene Religion kann eine Hilfe bei der Trauerbewältigung sein. Der Glaube daran, dass nur die äußere Hülle gestorben ist und die Seele, das Innere eines Menschen, weiterlebt, ist vielen Kindern ein hilfreicher Trost.

Die Trauerbewältigung ist ein Vorgang, der Zeit braucht und häufig viel Kraft kostet. Wenn Eltern jedoch das Gefühl haben, dass bei ihrem Kind oder ihnen selbst auch nach längerer Zeit keine Veränderung der Gefühle eintritt, sollte professionelle Hilfe aufgesucht werden. Es gibt beispielsweise Psychotherapeuten, die auf Trauerbewältigung, auch bei Kindern, spezialisiert sind.

Auch wenn der Schmerz anfänglich unerträglich scheint, sollten Eltern ihrem Kind bewusst machen, dass dieser mit der Zeit verblassen wird – während die Erinnerung an den Verstorbenen bleibt.

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Wie Sie eine passende Trauerrede formulieren

In der Traueransprache soll noch einmal an die verstorbene Person erinnert werden. Die Rede bildet den offiziellen Rahmen, in dem die Trauergäste von dem Verstorbenen Abschied nehmen. Doch die eigene Betroffenheit über den Todesfall macht es dem Verfasser oft nicht leicht, die richtigen Worte für seine Rede zu finden. Wie sollten Sie die Rede beginnen? Worüber sollten Sie sprechen? Was sollten Sie sonst noch beachten? Folgende formale und inhaltliche Hinweise helfen Ihnen dabei, eine Traueransprache zu verfassen.

Aufbau der Trauerrede

Um eine würdevolle Trauerrede zu halten, können Sie sich an dieser Gliederung orientieren:
• Einleitung: Begrüßung der engsten Angehörigen und der übrigen Versammelten
• Besondere Eigenschaften und Charaktermerkmale des Verstorbenen
• Erinnerungen: Konkrete Erlebnisse aus dem Alltag
• Spuren: Wen und was hinterlässt der Verstorbene?
• Abschlusswort
• Zitat/Gedicht/Trauerspruch

Inhalt und Formulierung der Trauerrede

Es ist wichtig, dass Sie die Trauerrede relativ schlicht, dabei aber zugleich einfühlsam halten. Eine "Wir"- Anrede schließt die übrigen Versammelten in die Rede mit ein. Zu Beginn sollten die engsten Angehörigen des Toten und die Anwesenden begrüßt werden. Manche Trauergemeinschaften möchten auch direkt ein paar Worte an den Toten richten. Informieren Sie sich am besten vorab bei Ihren engsten Verwandten oder Freunden, ob sie sich diese Form der Rede wünschen. Möchten Sie den Verstorbenen im weiteren Verlauf ihrer Ansprache persönlich ansprechen, dann können Sie dies bereits einleitend tun - es erleichtert den Übergang. Im Hauptteil der Trauerrede bietet es sich an, auf Charaktermerkmale des Verstorbenen einzugehen. Warum war dieser Mensch einzigartig für Sie? Daran anknüpfend können Sie anschließend auf besondere Erlebnisse zurückgreifen, die Ihnen persönlich in Erinnerung geblieben sind. Natürlich sollten generell nur positive Eigenschaften und Ereignisse im Leben des Verstorbenen herausgestellt werden. Schweifen Sie dabei nicht ab, sondern beschränken Sie sich auf einige wesentliche Punkte. Gehen Sie zum Ende der Trauerrede auch auf die Spuren ein, die der Verstorbene hinterlässt. Bleibt der Partner zurück oder gibt es Kinder, die um einen Elternteil trauern? Was hat die verstorbene Person beruflich und persönlich erreicht? Die Abschlussworte sollten sich tröstend an die Hinterbliebenen wenden und eine Verabschiedung des Toten beinhalten. Wenn Sie dies wünschen, können Sie die Trauerrede mit einem Zitat, einem Trauerspruch oder einem Gedicht abschließen.
 

Trauerbewältigung: Ein schwieriger, aber notwendiger Prozess

Für Kinder ist es wichtig, dass sie bei ihrer ersten Begegnung mit den Themen Tod und Sterben nicht alleine sind. Helfen Sie ihnen, mit dem Verlust einer geliebten Person umzugehen. Wenn Sie Ihrem Kind bei der Trauerbewältigung helfen möchten, sollten Sie seine Gefühle ernst nehmen und mit ihm darüber sprechen. Auch junge Kinder sind bereits in der Lage, zu begreifen, dass der Tod etwas Unumgängliches und Endgültiges ist, das zum Lauf des Lebens dazugehört. Daher sollten Sie aufrichtig über das Geschehene reden.

Jeder Mensch, auch jedes Kind hat seine eigene Methode der Trauerbewältigung. Lassen Sie Ihrem Kind daher Zeit und zeigen Sie ihm, dass Sie immer an seiner Seite sind.

Befassen Sie sich mit dem Gefühl der Trauer

Es ist wichtig, dass auch Sie selbst Ihre Trauer nicht unterdrücken oder versuchen, sie zu verbergen, da Kinder häufig das Verhalten der Eltern kopieren. Gestatten Sie Ihrem Kind und sich selbst also, zu trauern. Oft bringt gemeinsame Trauerbewältigung eine Familie näher zusammen.

Sprechen Sie offen über Ihre Gefühle und finden Sie etwas, das Ihnen und Ihrem Kind bei der Trauerbewältigung hilft und Ihnen Halt gibt. So kann es einigen Kindern helfen, sich mit den neuen Gefühlen durch kreative Beschäftigung auseinanderzusetzen, indem sie beispielsweise malen oder Tagebuch schreiben.

Auch die eigene Religion kann eine Hilfe bei der Trauerbewältigung sein. Der Glaube daran, dass nur die äußere Hülle gestorben ist und die Seele, das Innere eines Menschen, weiterlebt, ist vielen Kindern ein Trost.

Haben Sie Geduld mit Ihren Gefühlen

Die Trauerbewältigung ist ein Vorgang, der Zeit braucht und nicht selten viel Kraft kostet. Wenn Sie jedoch das Gefühl haben, dass bei Ihrem Kind oder Ihnen auch nach längerer Zeit keine Veränderung der Gefühle eintritt, sollten Sie sich professionelle Hilfe suchen. Es gibt beispielsweise Psychotherapeuten, die auf Trauerbewältigung, auch bei Kindern, spezialisiert sind.

Auch wenn der Schmerz anfänglich unerträglich scheint, sollten Sie sich und Ihrem Kind bewusst machen, dass dieser mit der Zeit verblassen wird - während die Erinnerung an den Verstorbenen bleibt.

Trauerphasen - das natürliche Durchleben der Trauer

Nach dem Tod eines geliebten Menschen werden Sie mit schmerzhaften und oft unerträglichen Emotionen konfrontiert. Diese sind natürliche Zeichen für Ihre aufrichtigen Gefühle dem Verstorbenen gegenüber. Es ist wichtig zu wissen, dass es ganz normal ist, von seiner Trauer überwältigt zu werden. Sie durchlaufen Phasen von Schock, Schmerz und Heilung, sogenannte Trauerphasen. Nehmen Sie sich so viel Zeit wie Sie brauchen, um Ihren Verlust zu verarbeiten.

Die Trauerphasen nach der Sterbeforscherin Kübler-Ross

In der Trauer unterscheidet man generell vier verschiedene Phasen, die ineinander übergehen. Intensität und Dauer sind sehr individuell und hängen auch von der Beziehung ab, die Sie zum Verstorbenen hatten. Sollten Sie das Gefühl haben, dass Sie in einer Trauerphase feststecken, kann Ihnen ein Trauerbegleiter oder Psychologe professionelle Unterstützung bieten.

 

1. Die Schockphase

Ein emotionaler Schockzustand ist oft die erste Reaktion auf den Tod eines geliebten Menschen. In dieser Trauerphase sind wir empfindungslos und wollen den Tod des Verstorbenen nicht wahrhaben. Nehmen Sie ruhig die Hilfe von Freunden und Familie an, die Ihnen ein Gefühl von Nähe geben können.

2. Das Gefühlschaos

In dieser Phase brechen nach dem Schockzustand alle Gefühle durch. Sie werden von verschiedensten Emotionen überflutet wie Wut, Angst, Hass, Verzweiflung und Sehnsucht. Oft fühlen Sie sich schuldig oder suchen einen Schuldigen für den Verlust des geliebten Menschen. Unterdrücken Sie diese Gefühle nicht, sondern lassen Sie diesen freien Lauf.

3. Suchen und Sich-trennen

In dieser Trauerphase durchleben Sie noch einmal vertraute Situationen und gemeinsame Lebensabschnitte. Vielleicht führen Sie auch Zwiegespräche mit dem Verstorbenen, was Ihre Umwelt oft nicht nachvollziehen kann. Wenn Sie sich zurückziehen wollen, um in Ruhe Abschied zu nehmen, dann nehmen Sie sich diese Freiheit.

4. Neuorientierung

Die letzte Trauerphase ist der Schritt des Loslösens. Wenn Sie das Gefühl haben, innerlich von Ihrem geliebten Menschen Abschied genommen zu haben, werden Sie merken, dass Sie mit dem Verlust besser umgehen können. Dieser Neuanfang bedeutet nicht, dass Sie den Verstorbenen vergessen haben, sondern dass Sie Ihren Trauerprozess in Frieden abgeschlossen haben.

 

Die Phasen des Trauerns – die Kontrolle

Wenn ein geliebter Mensch stirbt, hilft die Trauer den Schmerz um den Verlust zu verarbeiten. Diese Zeit muss von den Hinterbliebenen aktiv bewältigt werden. Sie müssen trauern und durchlaufen dabei verschiedenen Phasen. Nach der ersten Phase, dem Schock, schließt sich die kontrollierte Phase an. 

Gerade in den ersten Tagen nach einem Todesfall in der Familie oder im Freundeskreis müssen die Hinterbliebenen trotz eines möglichen Zusammenbruchs ihrer Welt funktionieren und auch agieren. Nach der Erholung vom Schock muss an die Beerdigung des verstorbenen Menschen gedacht werden. Und auch sonst sind unzählige Dinge zu erledigen. Das erfordert einen klaren Verstand. Deshalb werden die Gefühle in dieser Phase durch eigene und fremde Aktivitäten kontrolliert.

Das heißt, betroffene Menschen versuchen selbst, ihre Emotionen unter Kontrolle zu halten und sie werden dabei von Familienangehörigen, Freunden und Bekannten aktiv unterstützt. Trauernde sollen so entlastet werden, damit sie die eigenen Kräfte zur Selbstkontrolle aufbringen können. Die Kontrolle richtet sich beispielsweise auf jene Personen, mit denen Hinterbliebene in Kontakt treten, um das Begräbnis zu veranlassen. Dazu gehören zum Beispiel das Personal des Krankenhauses, der Beamte beim Standesamt, der Pfarrer, der Bestatter, Familienangehörige, Freunde und Bekannte.

Die starke emotionale Selbstkontrolle in Verbindung mit den geschäftigen und hektischen Tagen kurz nach einem Todesfall erzeugt bei trauernden Menschen aber auch eine gewissen Distanz vom eigenen Ich. In der Kontrollphase stellt sich oft ein Gefühl der Leere ein, da die Emotionen zurückgestellt wurden und deshalb nicht so richtig zu spüren sind. Diese Leugnung oder Verdrängung der Situation ist ein Abwehrmechanismus, der in vielen Fällen die Selbstkontrolle aufrechterhält. Panik- und Angstgefühle, Reizbarkeit, Misstrauen und Verletzlichkeit kennzeichnen diese Phase. Angebotene Hilfe wird oft abgelehnt. Trauernde wirken kalt, ungerührt, desinteressiert und teilnahmslos. Doch dieses Verhalten wird oft falsch interpretiert, denn eigentlich deutet es auf eine große Trauer hin. Die kontrollierte Trauerphase endet meistens nach der sehr hektischen Zeit bis nach dem Begräbnis, wenn Verwandte und Freunde wieder abgereist sind.

Die Phasen des Trauerns - der Schock

Trauer um einen verstorbenen Menschen hilft, den Schmerz um den Verlust zu verarbeiten. In der Psychologie spricht man davon, dass die Hinterbliebenen diese Zeit aktiv bewältigen und dabei verschiedene Trauerphasen durchlaufen. 

Mit dem Schock nach der Todesnachricht beginnt der Prozess der Trauerarbeit oder der Trauerphasen, die Hinterbliebene durchlaufen müssen, wenn ein geliebter oder nahestehender Mensch stirbt. Die erste Phase nennt beispielsweise der Theologe Yorick Spiegel in seiner Habilitationsschrift „Der Prozess des Trauerns. Analyse und Beratung“ aus dem Jahr 1972 die Schockphase. 


Diese erste Trauerphase setzt unmittelbar nach dem Erhalt der Nachricht über den Tod eines geliebten oder nahestehenden Menschen ein. Sie lässt Angehörige, Freunde oder Bekannte in einen Zustand der Lähmung fallen. Der Schock kann ganz unterschiedlich lang sein – einige Stunden oder wenige Tage. Manchmal hält er noch lange nach der Bestattung an. Viele stellen in dieser Zeit auch körperliche Reaktionen an sich fest wie Herzrasen, Schlaflosigkeit, Unruhe und Unwohlsein.

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Wie groß dieser Schock ist, hängt unter anderem auch davon ab, ob der Tod wegen einer Krankheit oder hohen Alters erwartet wurde oder ob er völlig unerwartet und überraschend eingetreten ist wegen eines Unfalls oder Suizids. Die Reaktionen während der Schockphase können sehr unterschiedlich sein. Manche nehmen ihre Umgebung und Umwelt gar nicht mehr wahr, sind kaum ansprechbar, andere brechen völlig zusammen, wieder andere sind empfi ndungslos und widmen sich der alltäglichen Routine, als wäre nichts geschehen und wollen den Tod des Verstorbenen nicht wahrhaben.

Wird dieser Zustand nicht überwunden und wird weiterhin der Tod geleugnet, sprechen Psychologen von einer Behinderung der Trauer, die zu ernsthaften Störungen führen kann. Abhängig von der Schwere des Schocks zeigen sich bei manchen Hinterbliebenen Zeichen des Zusammenbruchs ihrer persönlichen Welt. In dieser Zeit werden sie meistens von Angehörigen und Freunden unterstützt. Sie helfen ihnen auch dabei, ihre Gefühle zu kontrollieren. Dadurch ist bereits die nächste Phase der Trauer bezeichnet: die kontrollierte Phase. Für das Auslösen des Trauerprozesses und die Aufnahme des Trauerprozesses ist die Phase des Schocks sehr wichtig.

Die Phasen des Trauerns – die Regression

 Mit dem Schock nach der Nachricht vom Tod eines geliebten oder nahestehenden Menschen, beginnt bei den Hinterbliebenen der Prozess der Trauerarbeit. Es sind verschiedene Phasen, die ein Mensch durchlaufen muss, um den Schmerz um den Verlust zu verarbeiten. Nach Schock und Kontrollphase schließt sich die Phase der Regression.


Bild FotoliaIn dieser Phase wird die eigentliche Trauerarbeit geleistet, denn in ihr muss der Trauernde den Verlust verarbeiten. Er ist ganz auf sich zurückgeworfen. Der Alltag ohne den Verstorbenen beginnt und die Hilfe und Unterstützung von Freunden und Bekannten in den ersten Tagen wird weniger. Die Bestattung ist vorbei, Besuche kommen kaum noch. Der Trauernde ist wieder auf sich allein gestellt und wird nun extrem mit dem Verlust des Verstorbenen konfrontiert. Starke Emotionen befallen den trauernden Menschen, aber auch Aggressionen.

Er fühlt sich wegen des Zusammenbruchs seiner Welt oft hilfl os und gelähmt. Er empfindet, dass er unterzugehen droht wegen des Verlustes, den er erlitten hat. Oft stellen sich Gefühle der Apathie ein. Der Trauernde zieht sich sehr zurück und überlässt sich nach Aufgabe eines Teils der zuvor mühsam aufrechterhaltenen Selbstkontrolle mehr oder weniger der Hilflosigkeit.  

Das Entgegenkommen und Hilfsangebote sowie Aufmunterungsversuche von Freunden und Angehörigen werden zwar gewünscht, aber gleichzeitig auch oft abgelehnt, weil sie als zu anstrengend oder als sinnlos empfunden werden. Der trauernde Mensch spürt die Erwartungen seiner Umgebung, endlich wieder zur Tagesordnung und zum Alltag überzugehen. Seine Gefühle und Entscheidungen sind widersprüchlich und zwiespältig. Seine Mitmenschen empfinden das Verhalten des Trauernden deshalb oft als launisch, undankbar, aggressiv und wehklagend. In dieser Phase der Trauer werden trauernde Menschen oft von Schlaflosigkeit geplagt, die eine
andauernde Mattigkeit und Müdigkeit mit sich bringt. Außerdem stellen sich Appetitlosigkeit und ein Mangel an Antriebskraft ein.
 
Um mit dem Verlust fertig zu werden, versucht der Trauernde nun auf früher bewältigte Krisen zurückzugreifen. Doch erweisen sich deren Bewältigungsmechanismen oft als unzureichend und nicht hilfreich.Der Trauernde befindet sich in der Phase der Regression in einem Zwischenzustand: Durch die noch nicht vollzogene Lösung vom Verstorbenen und die Zurückgezogenheit von den Lebenden ist es schwierig zu entscheiden, welchem Bereich er mehr angehört. Der Trauernde versucht mehr und mehr mit dem Verlust zu leben. Damit wird die letzte Trauerphase, die Phase der Adaption, eingeleitet.

 

Die Phasen des Trauerns - die Anpassung

Ein Todesfall bedeutet für Angehörige und Freunde einen schweren Verlust, der verarbeitet werden muss. Schock, Kontrolle und Regression – die ersten drei Trauerphasen hat der trauernde Mensch nach dem Tod eines geliebten oder nahestehenden Menschen durchlaufen. Um den Schmerz vollständig zu verarbeiten, müssen aber alle vier Phasen der Trauer erlebt werden. 

Psychologen nennen diese vierte und letzte Trauerphase die Phase der Anpassung beziehungsweise Regression. Die letzte Trauerphase ist der Schritt des Loslösens und der Neuorientierung. Der trauernde Mensch versucht, langsam und Schritt für Schritt wieder in sein altes Leben zurückzukommen. Der Trauernde hat den Verlust als Realität akzeptiert. Der Verlust wird natürlich immer spürbar bleiben. 

 

Doch wer trauert, kann sich nicht ewig zurückziehen. Wer das Gefühl hat, innerlich von einem geliebten Menschen Abschied genommen zu haben, wird merken, dass er mit dem Verlust besser umgehen kann. Doch die Trauerbewältigung läuft in dieser Phase keineswegs kontinuierlich ab. Rückschritte in vorherige Stadien des Trauerprozesses sind immer wieder für kurze Zeit möglich. Dabei kann beispielsweise die ganze emotionale Wucht der Trauer plötzlich wieder spürbar werden. Doch diese Gefühle klingen nun meist schneller wieder ab. In dieser letzten Trauerphase kehrt nach und nach innere Ruhe und Frieden mit sich selbst und dem schmerzhaften Verlust ein.

Der trauernde Mensch merkt nun, dass es auch ohne den Verstorbenen im Leben weitergeht und dass er nun selbst für sein Leben verantwortlich ist. Es wird ein neuer Lebenszusammenhang ohne den Verstorbenen geschaffen. Damit kommt es zu einer neuen Wiedereingliederung in die Gesellschaft und zu einer neuen Beziehungsfähigkeit. Dieser Anfang bedeutet aber nicht, dass der verstorbene Mensch vergessen wurde, sondern dass der Trauerprozess in Frieden und Ruhe beendet worden ist. Der Verstorbene ist zu einem inneren Bestandteil der Hinterbliebenen geworden, an den man sich mit Wehmut, aber auch wieder mit Freude erinnern kann. Der durchlebte Verlust hinterlässt oft Spuren, die die Einstellungen und Lebensweisen des Trauernden verändern haben können. Vielen Angehörigen und Freunden hilft es, sich auch über diese letzte Trauerphase hinaus aktiv um die Grabpfl ege und des Erinnerns zu kümmern.

Mit der Todesanzeige den Todesfall bekannt machen

In einer Todesanzeige oder Traueranzeige macht man einen Todesfall in einer Zeitung öffentlich bekannt. Oft werden mit der Anzeige das Datum und der Ort der weltlichen oder kirchlichen Trauerfeier angegeben. Neben der privaten Todesanzeige gibt es noch die geschäftliche Anzeige, mit der der Tod eines Mitarbeiters oder einer Mitarbeiterin bekanntgegeben wird.

Eine Todesanzeige wird oft im Beratungsgespräch mit dem Bestatter gestaltet. Sie kann aber auch direkt in der Anzeigenaufnahme einer Zeitung entgegengenommen werden. Dabei müssen der Totenschein und Ausweispapiere vorgelegt werden. In der Anzeige müssen erwähnt werden der Vor- und Nachname sowie der Geburtsname des Verstorbenen. Wenn sein Beruf zu seiner Persönlichkeit gehört hat oder er besonders stolz auf den Beruf war, sollte er erwähnt werden. In die Anzeige gehören das Datum des Todes und, wenn gewünscht, das Alter beziehungsweise der Geburtstag des Verstorbenen.

In der Zeitungsanzeige erscheinen zudem die Namen der Hinterbliebenen. Dazu gehören die engsten Angehörigen, aber auch Freunde, Kollegen und Nachbarn. Wenn die Namen der Verwandten aufgeführt werden, sollte folgende Reihenfolge beachtet werden. Bei Verstorbenen, die verheiratet waren, kommt zuerst der Name des Ehepartners, dann die Namen der Kinder dem Alter nach mit Schwiegerkindern, die Enkel und Urenkel, die eventuell noch lebenden Eltern und Schwiegereltern und dem Alter nach die Geschwister und Schwäger.

Unbedingt erwähnt werden sollten Ort, Datum und Uhrzeit der Trauerfeier und nähere Angaben, die das Bestattungsinstitut, Fragen zum Kondolieren, zu Spenden, zur Trauerkleidungen und zu anderen Einzelheiten betreffen. Zu lesen ist oft der Satz: „Die Beerdigung findet im engsten Familienkreis statt.“ Beim Aufsetzen einer Traueranzeige sollte auf zu großspurige Worte verzichtet werden. Die können den wahren Schmerz meist nicht ausdrücken.

Sachliche Aussagen klingen nicht nur glaubhafter, in ihrer Schlichtheit sind sie oft auch angemessener und würdiger. Wer die Todesursache in der Anzeige mitteilen will, hat dazu folgende Möglichkeiten: „Nach kurzer, schwerer Krankheit.“ „Unerwartet.“ „Nach langer, schwerer Krankheit.“ „Durch ein tragischen Unglück.“ „Nach unheilbarer Krankheit.“ Immer häufiger werden Porträts des Verstorbenen zum Text gestellt. Todesanzeigen finden sich auch in neuen Formen des Trauerns und Gedenkens wie auf virtuellen Friedhöfen und auf Gedenkseiten im Internet.

Das Trauerzentrum hilft bei der Bewältigung der Trauer

Einen geliebten Menschen zu verlieren, bedeutet, mit großem Schmerz konfrontiert zu werden. Viele Menschen wissen nicht, wie sie mit ihrer Trauer umgehen sollen. Professionelle Hilfe und Anteilnahme bietet ein Trauerzentrum. Hier gibt es die Möglichkeit, mit Hilfe von Gesprächen, Ritualen und körperlichen Aktivitäten die Trauer schrittweise zu verarbeiten und neuen Lebensmut zu finden.

Jeder sollte sich die Zeit nehmen, die er braucht, um die Trauer zu verarbeiten. Ein Trauerzentrum bietet Raum für diese Trauer. Es schafft Freiräume für die Trauerarbeit und kann dabei helfen, die Phasen der Trauer bewusster zu durchlaufen und den Verlust des Verstorbenen zu akzeptieren.

Unter professioneller Begleitung erleben Angehörige oder Freunde strukturierte Abläufe, die es erleichtern, die Trauergefühle zuzulassen, auszudrücken und zu verarbeiten. Ob als kirchliche Einrichtung oder Teil eines Bestattungsunternehmens, in Trauerzentren finden Trauernde Menschen, die sie in dieser schweren Zeit unterstützen und ihnen zuhören. Wer nicht genau weiß, wo sich das nächste Trauerzentrum befindet, kann sich an den örtlichen Pfarrer oder an ein Bestattungsinstitut wenden. Oft werden innerhalb des Trauerzentrums auch Trauergruppen organisiert, um sich in Gesprächen mit anderen Hinterbliebenen austauschen zu können. Jeder Mensch geht mit dem Verlust eines geliebten Menschen anders um. Für viele ist es jedoch wichtig zu spüren, dass sie mit dieser schmerzhaften Erfahrung nicht allein sind. Vielleicht hilft es auch persönlich, anderen in dieser Situation Trost zu spenden, um selbst wieder neue Lebenskraft zu schöpfen und vielleicht sogar neue Kontakte zu knüpfen. Ob in der Gruppe oder im Einzelgespräch – in einem Trauerzentrum dürfen Hinterbliebene trauern. Es gibt immer jemanden, der zuhört. Neben einem Gesprächskreis gibt es oft auch das Angebot eines Trauercafés, in dem man in entspannter Atmosphäre Menschen treffen kann, die ebenfalls einen Verlust erlitten haben und diesen verarbeiten müssen. Hier erlebt man Gemeinschaft und Verständnis und kann bei Kaffee und Kuchen Gespräche mit Gleichgesinnten führen, um die Trauer nach und nach zu verarbeiten. Ziel ist es, die Trauer über den Tod eines geliebten Menschen als eine natürliche Reaktion zu begreifen, die Zeit braucht und überwunden werden kann.

In den meisten größeren Städten wie beispielsweise Berlin oder Dresden befinden sich mittlerweile entsprechende Trauerzentren.

Das Trauerzentrum – Im Todesfall für Sie da

Einen geliebten Menschen zu verlieren, bedeutet, mit großem Schmerz konfrontiert zu werden. Viele Menschen wissen nicht, wie sie mit ihrer Trauer umgehen sollen. Oft können Freunde, Familienmitglieder und Bekannte nicht das Verständnis und die Unterstützung aufbringen, die Sie in dieser Situation benötigen. Um diesen schweren Weg nicht alleine gehen zu müssen, finden Sie die nötige Hilfe in einem Trauerzentrum. Nehmen Sie sich die Zeit, die Sie brauchen, um Ihre Trauer zu verarbeiten.

Ein Trauerzentrum in Ihrer Nähe?

Ein Trauerzentrum bietet Raum für Ihre Trauer. Es schafft Freiräume für Ihre Trauerarbeit. Ob als kirchliche Einrichtung oder Teil eines Bestattungsunternehmens, hier finden Sie Menschen, die Sie in dieser schweren Zeit unterstützen und Ihnen zuhören. Wenden Sie sich ruhig an Ihren örtlichen Pfarrer oder an Ihr Bestattungsinstitut, wenn Sie nicht genau wissen, wo sich das nächste Trauerzentrum in Ihrer Nähe befindet.
Oft werden innerhalb des Trauerzentrums auch Trauergruppen organisiert, um sich im Gespräch mit anderen Hinterbliebenen austauschen zu können. Jeder Mensch geht mit dem Verlust eines geliebten Menschen anders um. Für viele ist es jedoch wichtig zu spüren, dass sie mit dieser schmerzhaften Erfahrung nicht alleine sind. Vielleicht hilft es Ihnen auch persönlich, anderen in dieser Situation Trost zu spenden, um selbst wieder neue Lebenskraft zu schöpfen und vielleicht sogar neue Kontakte zu knüpfen.
Ob in der Gruppe oder im Einzelgespräch - im Trauerzentrum dürfen Sie trauern und es gibt immer jemanden, der Ihnen zuhört. Neben einem Gesprächskreis gibt es oft auch das Angebot eines Trauercafés, wo Sie in entspannter Atmosphäre Menschen treffen können, die ebenfalls einen Verlust erlitten haben. Hier erleben Sie Gemeinschaft und Verständnis und können bei Kaffee und Kuchen Gespräche mit Gleichgesinnten führen, um Ihre Trauer nach und nach zu verarbeiten.
 

Wissenswertes über Todesanzeigen

Sie haben keine Verpflichtung, bei einem Todesfall eine Trauer- oder
Todesanzeige zu schalten. Es kann Ihnen jedoch bei der Trauerarbeit helfen und Sie ersparen Sich die Mühe, jeden Bekannten des Verstorbenen vom Todesfall in Kenntnis zu setzen, was zu zusätzlicher emotionaler Belastung führen kann.
Haben Sie sich für eine Todesanzeige entschieden, so wählen Sie ein Erscheinungsdatum kurz nach dem Todesfall. Sie entscheiden, ob Sie dem Bestattungsinstitut die Gestaltung und Schaltung der Anzeige überlassen oder ob Sie das selbst übernehmen möchten. Sie entscheiden über Aussehen und Größe der Anzeige, sowie über das Medium, in dem die Veröffentlichung erfolgen soll (regional oder überregional). Die Anzeige kann ein Lebensmotto des Verstorbenen, religiöse Worte, (selbst verfasste) Gedichte, Psalmen, Fotos, oder Motive wie Blumen oder Kreuze enthalten.
Nicht unüblich ist auch das Schalten von Anzeigen zu Jahrestagen.

Die Todesanzeige

Eine Todesanzeige veröffentlichen Sie in Zeitungen, kurz nachdem der Todesfall eingetreten ist. Sie geben Datum und Ort der Geburt und des Todes, den Namen des Verstorbenen und der Angehörigen, eventuell auch der Freunde und Kollegen an. Diese können auch gesonderte Todes- oder Traueranzeigen schalten. Wenn Sie wünschen, finden Tag und der Ort der Beerdigung Erwähnung. Sind Ort und Zeit der Beerdigung in der Todesanzeige enthalten, so können Sie darauf hinweisen, ob Kränze und Blumenschmuck bei der Trauerfeier oder Spenden für eine Organisation gewünscht werden.

So unterscheiden sich Trauer- und Todesanzeigen

Todes- und Traueranzeige haben unterschiedliche Bedeutungen. Die Traueranzeige schalten Sie erst nach der Beerdigung. Sie enthält ebenfalls die persönlichen Daten des Verstorbenen und die Namen der Hinterbliebenen. Des Weiteren können Sie angeben, wann, wie und wo die Beerdigung stattgefunden hat. Hinweise auf die Art und den Ort der Bestattung (beispielsweise bei Urnen-, See- oder Baumbestattung) hilft denen, die dem Toten nach der Beerdigung die letzte Ehre erweisen wollen.

Rituale helfen in der Zeit der Trauer

Trauer ist die Reaktion auf den Verlust geliebter und nahestehender Menschen. Dabei kann es zu einem intensiven und schmerzlichen Trauerprozess kommen, der eine regelrechte Trauerarbeit der Hinterbliebenen erfordert. Hilfreich in dieser Zeit der Trauer ist die Organisation von Trauerritualen, um Leid und Schmerz zu überwinden.

Rituale sind wiederkehrende Handlungen, die der Seele gut tun in der Zeit der Trauer. Auch die Beerdigung ist so ein Ritual. Traditionell findet nach der Bestattung ein Trauermahl statt. Das Trauermahl stärkt den Zusammenhalt innerhalb der Angehörigen und Hinterbliebenen und bietet ihnen außerdem die Möglichkeit, wieder ein Stück Normalität durch Gespräche zurückzugewinnen. Auch der Persönlichkeit des verstorbenen Menschen wird dabei noch einmal gedacht. Aber es gibt noch viele andere Trauerrituale. Beispielsweise kann man eine Kerze für den verstorbenen Menschen anzünden und sich ihm so nah fühlen. Das Sterbezimmer kann mit Blumen geschmückt werden, mit einem Foto des Toten, einer Kerze, einem Kreuz oder einer Ikone. 

Die Totenwache kann am Totenbett, aber auch in Aufbewahrungsräumen und Friedhöfen erfl ogen. Das ist ein Ritual, das Ehrerbietung ausdrückt. Aber es ist auch ein Ritual, das Zeit für eigene intensive Trauer ermöglicht. Andere Rituale sind unter anderem Kondolenzbesuche, die Pfl ege des Grabes oder die Gestaltung bestimmter Gedenktage nach dem Tod und das Tragen von Trauerkleidung. In vielen Regionen Deutschlands ist es heute noch üblich, dass die engsten Angehörigen nach dem Tod eines Menschen „Trauer tragen“. Sie kleiden sich schwarz oder tragen dunkle Kleidung. Sechs Wochen nach der Bestattung wird beispielsweise in der katholischen Kirche ein Andachtsgottesdienst, das so genannte Sechswochenamt, gefeiert. Dieser Gottesdienst steht ganz im Zeichen des Verstorbenen. Es hilft auch, den trauernden Menschen einfach in den Arm zu nehmen und keine Angst vor den Tränen zu haben. Dabei kann man ruhig die eigene Hilfl osigkeit eingestehen, raten Trauerexperten. Wie ein Mensch trauert ist sehr individuell. Es kommt auch darauf an, wer trauert und um wen man trauert. Die Trauer um einen geliebten Menschen oder einen engen Angehörigen ist eine schwere seelische Verletzung. Hilfe, Unterstützung und tröstende Worte tun in dieser Zeit gut. Hilfe bekommt man auch in Trauer- oder Selbsthilfegruppen und in Trauerseminaren.

 

Wilhelm Riedel hat gespart, um anderen zu helfen

Der Cottbuser Ferdinand Wilhelm Riedel (1829-1916) zeichnete sich seinerzeit vor allem durch seine guten Taten aus. Als reicher Fabrikherr setzte er sich für die Bedürfnisse der Armen ein. Dafür ehrte ihn die Stadt 1903 mit der Ehrenbürgerwürde. Im Januar war sein 100.Todestag.

Der Name Ferdinand Wilhelm Riedel wird heute vor allem mit dem Riedelstift verbunden, dass noch heute in der Bautzener Straße in Cottbus existiert. Heutiger Betreiber dieser Einrichtung ist der Arbeiter-Samariter-Bund Cottbus, die in der Anlage ein Seniorenheim mit 83 Plätzen führen.

1896 gründete der Fabrikant Wilhelm Riedel das „Riedelstift für vaterlose Waisen“ und nahm dort zwölf Witwen und 56 Kinder kostenlos auf. 1903 kamen zu dieser Einrichtung ein „Haus für achtsame Arme“, das je zwölf alten Männern und Frauen eine sorgenfreie Unterkunft bot, und 1907 ein Werkstättenbau zur Selbsthilfe für arme Handwerker dazu. Einzige Bedingung für die Aufnahme in die Stiftungen war es, dass die Bedürftigen ohne eigene Schuld in die hilflose Lage geraten waren. Für dieses Engagement in seiner Heimatstadt zeichnete ihn die Stadt Cottbus 1903 mit der Ehrenbürgerwürde aus. In Berlin und Peitz erwarb er durch seine Fabriken in der Tuchindustrie Ansehen und Reichtum. Doch den Großteil seiner Ersparnisse setzte der Unternehmer für soziale Zwecke ein, um die Situation für hilfsbedürftige Menschen in der Stadt zu verbessern. Denn Riedel musste auf seinen Lebenswegen selbst Not und Schicksalschläge kennen lernen. Wilhelm Riedel wurde am 3. Juni 1829 in Cottbus geboren. Sein Vater verstarb bereits sehr früh und so musste sich seine Mutter allein um die fünf Kinder kümmern. Bereits mit neun Jahren musste Wilhelm Riedel als ältester Sohn die Arbeiten seiner Mutter übernehmen, die im Tuchgewerbe tätig war. Als Jugendlicher schlug er sich als Arbeiter in einer Tuchfabrik durch. Doch er sparte sein mühsam erarbeitetes Geld und strebte Höheres an.

1853 gründete Wilhelm Riedel sein erstes Unternehmen in Peitz. Das Gebäude samt veredelnder Appretur-Maschinen und Spinnerei brannte 1860 nieder. Daraufhin zog er nach Berlin, wo er ein erfolgreiches Unternehmen im Tuchgewerbe aufbaute. Später übernahm sein Sohn den Betrieb. Als Wilhelm Riedel am 23. Januar 1916 verstarb, hatte seine Heimatstadt ein Ehrengrab auf dem Cottbuser Südfriedhof eingerichtet. 1993 wurde eine Straße in Stadtteil Sandow nach ihm benannt

Autor: abh

Unter Paul Werner wurde Cottbus zum Zentrum

Der ehemalige Cottbuser Oberbürgermeister Paul Werner (1848-1927) hat während seiner Amtszeit in der Stadt viel erreicht. Er war unter anderem am Bau des Staatstheaters sowie des Carl-Thiem-Klinikums beteiligt. Auf dem Cottbuser Südfriedhof hat Paul Werner seine letzte Ruhestätte gefunden.

Während Paul Werners Amtszeit als Oberbürgermeister von Cottbus zwischen 1894 und 1914 entwickelte sich die Stadt zu einem bedeutsamen Zentrum der Niederlausitz. Wichtige kommunale Einrichtungen werden durch sein Wirken erbaut. So wurde während seiner Amtszeit die Kanalisation fertiggestellt und eine zentrale Wasserversorgung erbaut. 1903 wurde auf sein Wirken hin ein Dieselkraftwerk in Betrieb genommen, dass neben der Straßenbeleuchtung auch die erste Straßenbahnlinie mit Strom versorgte. Das Netz wuchs schnell an und viele Linien kamen hinzu. So verband die Straßenbahn viele Plätze der Stadt.

1908 setzte Paul Werner einen weiteren Meilenstein für Cottbus: Das Staatstheater wurde eingeweiht. Die Pläne dafür machte der Architekt Ernst Bernhard Sehring, der unter anderem auch das Berliner Theater des Westens entworfen hatte.

Auch heute noch strahlt das Ansehen des Staatstheaters über die Cottbuser Stadtgrenzen hinaus. In der Eröffnungsrede sagte Paul Werner: „Nicht abwehren, sondern an uns heranziehen und erobern wollen wir alles, was draußen an Schönheit gedeiht, denn die deutsche Kunst schließt alles in ihre Arme, was in der Welt groß und herrlich ist.“ Auch die Pläne des Cottbuser Mediziners Carl Thiem zum Bau einer Poliklinik unterstützte er. Kurz vor Ende von Paul Werners Amtszeit wurde das Krankenhaus eröffnet. Heute ist das Carl-Thiem-Klinikum eines der größten Krankenhäuser in Brandenburg.

Im März 1914 trat Paul Werner auf eigenen Wunsch in den Ruhestand. Vor seiner Zeit als Bürgermeister in Cottbus war er bereits zweiter Bürgermeister von Bromberg und Stadtoberhaupt von Hamm.

Noch zu seinen Lebzeiten wurde eine Straße sowie ein Steg über die Spree nach ihm benannt. 1914 wurde er außerdem Ehrenbürger der Stadt. Am 10. Juni 1927 starb Paul Werner. Zu seinem Gedenken trägt Cottbuser Paul-Werner-Oberschule den Namen des ehemaligen Oberbürgermeisters

Autor: abh

Carl Thiem – „Vater der Unfallchirurgie“

Der Mediziner CarlThiem (1850- 1917) revolutionierte die Unfallheilkunde des 20. Jahrhunderts und gilt als Mitbegründer der Unfallchirurgie. Das von ihm gegründete Carl-Thiem-Klinikum in Cottbus ist bis heute das größte Krankenhaus Südbrandenburgs.

Carl Thiem gilt als Vater der Unfallchirurgie in Deutschland. Mit seinem umfangreichen Wissen hat er sich als Spezialist in der Unfallheilkunde bis über die Landesgrenzen hinaus einen Namen gemacht – und das zu einer Zeit, in der der erste Weltkrieg, Zugunglücke und Maschinenunfälle die Arbeit der Ärzte prägten. Geboren wurde der Sohn eines Lehrers und Organisten am 10. Oktober 1850 in Nikolschmiede (heute Kowalice). Den ersten Unterricht erhielt er im elterlichen Hause, danach besuchte Carl Thiem das Gymnasium. Zwischen 1872 und 1876 hat er in Greifswald Medizin studiert. Als promovierter Arzt war er unter anderem in Prag, Berlin und Wien tätig. 1877 kam Carl Thiem jedoch wieder nach Cottbus zurück und praktizierte zunächst allein in seiner eigenen Praxis. 1885 gründete er gemeinsam mit Dr. Kühne eine chirurgisch-gynä- kologische Privatklinik. Bereits fünf Jahre später erbaute Carl Thiem ein Institut, dass sich auf die Behandlung Unfallverletzter spezialisierte. Gemeinsam mit dem Mechaniker Emil Schulz entwickelte Thiem orthopädische Geräte, die mit Bändern und Massagen die Muskeln verletzter Gliedmaßen stärkten. Diese intensive Nachbehandlung nach Operationen war ein wichtiger Bestandteil von Thiems Behandlungskonzept.

Sein Wissen und seine Methoden fasste er 1898 in dem „Handbuch der Unfallerkrankungen“ zusammen. Für seinen ärztlichen Kollegen war dieses Nachschlagewerk besonders zur Beurteilung von Unfallverletzungen hilfreich. Diese Leistungen brachten dem Mediziner den Professorentitel ein. Aber auch international waren seine Kenntnisse geschätzt. Thiem wurde Leiter des ersten internationalen medizinischen Kongresses und bei der dritten Auflage von der Fachpresse als „Vater der Unfallchirurgie“ bezeichnet.

Auch in der Kommunalpolitik setzte sich der Mediziner ein. Von 1896 bis 1914 war er Stadtverordneter in Cottbus und scheute sich nicht, die Missstände anzusprechen. Vor allem die medizinische Versorgung war bis dahin noch nicht gut entwickelt. Das städtische Krankenhaus in der Taubenstraße wurde somit schnell zu klein. Aus diesem Grund verkaufte Carl Thiem seine Privatkliniken an die Stadt und vereinigte sie in ein Klinikum, das 1914 eröffnet wurde. Mit dieser Einrichtung erhielt Cottbus eines der modernsten Krankenhäuser seiner Zeit mit 332 Betten und Platz für Erweiterungen.

Nach seinem Tod führten unter anderem Dr. Kühne sein Werk im Sinne Carl Thiems weiter. Mit 1200 Betten und rund 3000 Mitarbeitern ist das Carl-Thiem-Klinikum heute der größ- te Arbeitgeber in Cottbus und eines der größten Krankenhäuser des Landes.

Autor: abh
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Kai Sender
Sozialarbeiter
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