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Zentralfriedhof Wien ist ein Friedhof für alle Religionen

Der Haupteingang zum Zentralfriedhof Wien liegt in der Simmeringer Hauptstraße in der österreichischen Hauptstadt Wien. Er nimmt eine Fläche von 2,5 Quadratkilometern ein und wurde im Oktober 1874 eingeweiht. Er ist für alle Konfessionen und Konfessionslose offen. 


Das löste zur damaligen Zeit heftige Diskussionen im Land aus. Etwa drei Millionen Verstorbene ruhen zurzeit in mehr als 330 000 Gräbern. Der Waldfriedhof auf dem Zentralfriedhof Wien ist für Urnen vorgesehen. Diese werden im Uhrzeigersinn um einen Baum angelegt, sodass man sich bereits zu Lebzeiten seinen Baum und die Himmelsrichtung aussuchen kann. Zwei Anatomieanlagen befinden sich ebenfalls auf dem Zentralfriedhof Wien. Diese dienen als Ruhestätten von Menschen, die nach ihrem Tod der Wissenschaft dienten. Auch dieses sind Urnengräber oder auch Urnenwände mit Schildern und Befestigungsmöglichkeiten für Blumenschmuck. Diese Anlagen sind rund und haben in ihrer Mitte eine lange Tafel für Kerzen.

Zwölf Glaubensgemeinschaften haben auf dem Zentralfriedhof Wien jeweils ihre eigenen Bereiche. Hinzu kommt ein besonderer Platz für die Opfer des NS-Regimes. Im islamischen Teil sind alle Gräber nach Mekka ausgerichtet. Auf dem Zentralfriedhof Wien gibt es außerdem einen Park der Ruhe und Kraft. Dieser ist nach geomantischen (Weissagung aus der Erde) und energetischen Vorgaben gestaltet. Der Park ist ein Ort für Besinnung und Trauerarbeit und soll die eigenen Kräfte mobilisieren und stärken.

Die imposante Friedhofskirche zum Heiligen Karl Borromäus ist im Jugendstil erbaut und wurde umfangreich saniert. Ihr vorgelagert sind die Präsidentengruften, in denen die Bundespräsidenten Österreichs seit dem Jahr 1951 beigesetzt wurden.

Auf dem Gelände des Zentralfriedhofs Wien liegen drei Aufbahrungshallen. Sie können von jedermann gemietet werden. Die größte der Hallen wird für Beerdigungen von Prominenten genutzt. Auf dem Zentralfriedhof Wien sind unter anderem die Schauspieler Curd Jürgens, Theo Lingen und Hans Moser sowie die Komponisten Ludwig van Beethoven, Wolfgang Amadeus Mozart, Johann Strauß (Vater und Sohn), Robert Stolz und Franz Schubert begraben. Auch das Grab von Sänger Falco, dem Enfantterrible der österreichischen Pop-Musik, findet sich hier.

Autor: Foto: dpa

Ein Besuch auf dem Friedhof Père Lachaise in Paris

Der Friedhof Père Lachaise liegt in der Straße 15 Boulevard de Ménilmontant im nördlichen Zentrum von Paris. Über die Metro-Stationen Père Lachaise, Gambetta, Alexandre Dumas und Philippe Auguste erreicht man den etwa 47 Hektar großen, aus 97 Abteilungen bestehenden Friedhof. Als von König Ludwig XIV. die Verantwortung für Friedhöfe der Politik übertragen und der Kirche entzogen wurde, stellte der Jesuitenpater François d'Aix Lachaise seine Gärten als Begräbnisfelder zur Verfügung. Im Mai 1804 fand die hier erste Beerdigung statt.

Architektur und Bewohner des Père Lachaise

Père Lachaise gibt ein eindrucksvolles Zeugnis der Grabkunst vom 19. Jahrhundert bis heute. An breiten Straßen und an Kopfsteinpflasterwegen stehen kleine Häuschen als Grabmale. Dazwischen finden sich Liegegräber mit Gedenksteinen, Tempeln und Monumenten. Statuen in antik anmutender Gestalt, lebensecht wirkende Figuren, die den Eindruck machen, als ob sie jeden Moment aufwachten, und moderne abstrakte Skulpturen wechseln sich ab. Oscar Wildes Grab schmücken ein ägyptisches Relief und unzählige letzte Grüße in Form von Kussmündern.

Einige Grabstätten sind eingezäunt wie etwa bei Jim Morrison, dessen Büste vor einigen Jahren von seinem Grabstein verschwunden ist. Edith Piaf hat einen schlichten schwarzen Grabstein, den nur ihr Foto ziert. Bei Namen wie Maria Callas, Gilbert Bécaud und Frédéric Chopin kommen einem automatisch die Melodien in den Sinn, mit denen sie berühmt geworden sind. Man erinnert sich sofort an die Filme von und mit Simone Signoret und Yves Montand, die in einem Gemeinschaftsgrab bestattet sind. Und wer kennt nicht „Die menschliche Komödie“ des Schriftstellers Honoré de Balzac, der auf dem Friedhof Père Lachaise ebenfalls seine letzte Ruhe gefunden hat.

Stille Oase Père Lachaise

Père Lachaise ist ein Friedhof, der für den Fortbestand des Lebenswerkes von Künstlern, Philosophen und Politikern nach deren Ableben steht. Fans aus aller Welt kommen hierher, um ihren Idolen Verehrung zu bezeugen. Zahlreiche Angestellte aus den umliegenden Büros und Geschäften verbringen hier ihre Mittagspause bei Vogelgezwitscher in der Sonne. Es gibt immer irgendwo eine alte Dame, die Katzen füttert. Père Lachaise ist eine Oase der Ruhe im lauten Paris.

La Recoleta in Buenos Aires: ein Friedhof als Museum

Im Nordosten von Buenos Aires liegt der Stadtbezirk La Recoleta mit dem gleichnamigen Friedhof. Er wurde ab 1820 als erster Friedhof der Stadt angelegt und zwei Jahre später eingeweiht. Ab 1880 fanden Modernisierungsmaßnahmen in Form von festen Straßen und einer Ziegelmauer rund um das Gelände statt. Der Friedhof ist in vier Bereiche eingeteilt, in denen über 6000 Gräber liegen. Über 70 Mausoleen wurden zu nationalen Kulturdenkmälern erklärt, wobei das gesamte Gelände ein Nationales Historisches Museum bildet. Kunst und Architektur aus verschiedenen Stilepochen sind auf La Recoleta zu sehen.

Prachtbauten auf La Recoleta

Von Bescheidenheit kann auf La Recoleta nicht die Rede sein. Die Mausoleen, Grabsteine und Skulpturen spiegeln Status und Reichtum der Verstorbenen wider.
Die größten Bauten auf La Recoleta stehen an den Hauptwegen, die weniger pompösen liegen in den schmalen Seitengassen. Riesige Engel mit ausgebreiteten Flügeln, betende Skulpturen und ganze Familien mit dem Patriarchen in der Mitte wurden aus wertvollen Steinen gehauen. Urnen werden in Mauernischen in einer Art beschrifteten Schublade untergebracht. Manche der Mausoleen kann man betreten. Hier finden sich Särge, Schatullen für Urnen sowie geheimnisvolle Nischen und Gewölbe.

Wissenswertes und Kurioses über La Recoleta

La Recoleta ist Heimat unzähliger Katzen. Gegen Sonnenuntergang versammeln sie sich am Haupteingang und warten auf Besucher, die sie mit Futter versorgen. Aufgrund seiner leicht gruseligen Atmosphäre ist der Friedhof ein beliebter Treffpunkt für Anhänger der Gothic-Bewegung. Die schwarz gekleideten, weiß geschminkten Gestalten haben schon so manchen Besucher erschreckt. Eine Legende besagt, dass Alfred Gath, Gründer eines großen Unternehmens für Kleidung und Heimtextilien in Buenos Aires, eine Alarmanlage in seinem Sarg installiert hat für den Fall, dass er aufwacht.
Die Bänke in der Stille von La Recoleta werden gern zum Sonnenbaden und für Nickerchen genutzt. Zum Ehrentag des Verstorbenen kommt die Familie am Grab zusammen und feiert ihn mit einem fröhlichen Picknick.

Wissenswertes über den Karlsruher Hauptfriedhof

An der Haid-und-Neu-Straße 35-39 liegt der Haupteingang des Karlsruher Hauptfriedhofes. Im November 1874 wurde der Parkfriedhof auf einer Fläche von 15,3 Hektar eröffnet, 1876 folgte die Einweihung der Kapelle. Die landschaftlichen Gegebenheiten erinnern an einen typisch englischen Park: unregelmäßige Einteilungen von Ebenen und baumbestandene Alleen, Büsche und Bäume sind in Gruppen arrangiert. Baurat und Architekt Josef Durm betonte damit den damals noch umstrittenen Erholungswert eines Friedhofs. Durm errichtete mit Materialien, die er bei Gebäuden der italienischen Frührenaissance fand (Marmor, Sandstein, Jaumont), das Tor am Haupteingang, die Säulengänge und die Kapelle. Zahlreiche Erweiterungen waren seit den 1960er Jahren erforderlich. Heute hat der Karlsruher Hauptfriedhof eine Fläche von mehr als 34 Hektar und zählt über 32.000 Grabstätten.

Historische Bauwerke auf dem Karlsruher Hauptfriedhof

Neben der Kapelle gibt es auf dem Karlsruher Hauptfriedhof die Kleine Kapelle, die 1904 ursprünglich als Krematorium errichtet wurde. Im Inneren befinden sich Wandmalereien von Josef Asal. Die Kleine Kapelle dient seit 2002 als Trauerhalle bei Beerdigungen.
Das Bürklinsche Mausoleum der Familie des Geheimrates Bürklin ist heute das Kolumbarium, der Aufbewahrungsort für Urnen. Erbaut zwischen 1911 und 1913, steht das Museum heute unter Denkmalschutz.
Verschiedene Skulpturen und Mahnmale erinnern auf dem Karlsruher Hauptfriedhof an die Opfer der beiden Weltkriege. 1930 entstand das erste Denkmal, bestehend aus der Bronzefigur eines gen Himmel steigenden Jünglings. Weitere Ehrenmale wurden in den Jahren 1955, 1964 und 1993 errichtet.

Der moderne Karlsruher Hauptfriedhof

Auch Bestattungsrituale sind einem Wandel unterworfen. Um diesem Umstand gerecht zu werden, wurde auf dem Karlsruher Hauptfriedhof der Lebensgarten angelegt. Dies ist ein besonderer Weg, der auf verschiedenen Stationen bei der Trauerarbeit hilft. Hier sollen Angehörige und Freunde nach dem Verlust eines nahe stehenden Menschen den Weg zurück in ihr eigenes Leben finden. Dieser Lebensgarten hat Vorbildcharakter und wurde von vielen anderen Städten übernommen.
Auf dem Karlsruher Hauptfriedhof werden neben den traditionellen Beisetzungen auch Bestattungen in einem speziell gestalteten Landschaftsgarten, dem Friedpark, und unter Baumwurzeln angeboten. Natürliche Gedenksteine in Form von Findlingen oder Felsstücken markieren diese Grabstellen.

Friedhof der Superlative: Friedhof Ohlsdorf

Der Friedhof Ohlsdorf anAn der Fuhlsbütteler Straße aße 756 in Hamburg befindet sich ist der weltgrößte Parkfriedhof der Welt: Der Friedhof Ohlsdorf. Er umfasst 391 Hektar und zählt um die 235.000 Grabstellen, davon 19 Mausoleen. Es gibt zwölf Kapellen, drei Feierhallen und drei Kolumbarien, mehr als 36.000 Bäume undsowie 15 Teiche. Angestellte aus sieben Friedhofsgärtnereien kümmern sich um die Pflege des Geländes, das über 17 Kilometer Wegenetz erschlossen ist. Drei Freilichtmuseen und eines für Bestattungskultur liegen auf dem Friedhof Ohlsdorf. Die Eröffnung des überkonfessionellen Friedhofs fand 1877 statt.

Der Friedhof Ohlsdorf und seine Gestaltung

Der Friedhofsdirektor Wilhelm Cordes hatte die Idee, den Friedhof Ohlsdorf als Erholungspark zu gestalten. Die naturgegebenen Landschaftsformen sollten erhalten und mit Pflanzungen betont werden. Mit dem Friedhof Ohlsdorf erfüllte sich Cordes seinen Traum. In den 59 Jahren seiner Tätigkeit für den Friedhof beobachtete er die Entwicklung seines Lebenswerks. Die Verleihung des Grand Prix der Pariser Weltausstellung im Jahr 1900 war der Höhepunkt seines Wirkens.
Führungen eröffnen den Besuchern heute die Geheimnisse und Besonderheiten dieses Friedhofs. Drei ausgeschilderte Wege stehen unter den Mottos „Prominente, Plastiken und Parklandschaft“ (Rot), „Vom Krematorium zur Dichterecke“ (Blau) und „Nordteich und Stiller Weg“ (Grün).
Besucher gehen zu denkönnen auch die letzten Ruhestätten unter anderem von Gustav Hertz, Hans Albers, Heinz Erhardt, Inge Meysel, Loki Schmidt und Karl-Heinz Köpcke besuchen.

Die Grabstätten auf dem Friedhof Ohlsdorf

Der Hamburger Friedhof Ohlsdorf ist in mehrere Bereiche aufgeteilt:

  • Im Rosenhain und der Rosengrabstätte stehen Bepflanzung und Grabschmuck im Zeichen der Rose.
  • Ein Beet mit Pflanzen, die besonders Schmetterlinge anziehen, ist Mittelpunkt des Schmetterlingsgartens auf einer sonnenbeschienenen Lichtung. Grabsteine und Tafeln werden hier in Gestalt von Schmetterlingen entworfen und vom Steinmetz in Handarbeit gefertigt.
  • Im Ruhewald werden Baumbestattungen vorgenommen.
  • Ein gesonderter Bereich ist für Frauengräber ausgewiesen.
  • Ein geschwungener, mit Rhododendron und Lavendel bepflanzter Weg führt durch die Paar-Anlage, in der ausschließlich Lebensgemeinschaften und Paare beerdigt werden.
  • Die Urnenbestattung kann in jedem Abschnitt des Friedhofs Ohlsdorf erfolgen. In zwei Kapellen befinden sich oberirdische Kolumbarien.

Berühmte Friedhöfe: der Südwestkirchhof in Berlin

Etwa 28 Kilometer südwestlich von Berlin außerhalb der Stadtgrenzen liegt auf dem Gebiet der brandenburgischen Gemeinde Stahnsdorf der Südwestkirchhof. Er wurde im Jahr 1909 angelegt. Der Südwestkirchhof Stahnsdorf hat eine Fläche von 206 Hektar und ist damit einer der größten Friedhöfe in Deutschland.


Etwa 150 Hektar waren und sind für Familiengrabstätten vorgesehen, die bis heute individuell gestaltet werden. Durch sein langes Bestehen und die unermüdliche Pflege zeigt der Südwestkirchhof eine einzigartige Sammlung von Grabstätten aus vielen Jahrzehnten. Barock und Klassizismus, Gotik und Expressionismus liegen hier nebeneinander in einer wunderbaren Parklandschaft. In diese fügt sich harmonisch die Friedhofskapelle ein. Komplett aus Holz gebaut, ist sie noch im Original aus dem Jahr 1909 erhalten, Malereien und die Orgel inklusive. Der Südwestkirchhof wird von der evangelischen Kirche unterhalten. 
 
Der Friedhof ist jedoch offen für alle Menschen, unabhängig von Religion und Herkunft. So finden sich hier die Gräber des großen Baumeisters Walter Gropius (1848 bis 1911), des Sängers und Komponisten Engelbert Humperdinck (1854 bis 1921), der Verleger Gustav Langenscheidt (1832 bis 1895) und Louis-Ferdinand Ullstein (1863 bis 1933) sowie des Industriellen Werner von Siemens (1816 bis 1892). Der Berliner Maler und Zeichner Heinrich Zille (1858 bis 1929) hat ebenfalls auf dem Südwestkirchhof seine letzte Ruhe gefunden. 
 
Königin Elizabeth II. dankte bei einem Besuch des britischen Soldatenfriedhofes South-Western Cemetery den Pflegern und Betreibern für ihre jahrelangen Bemühungen um den Erhalt der Gräber auf dem Südwestkirchhof. In den Jahren von 1913 bis 1961 verband eine Friedhofsbahn den Südwestkirchhof mit Berlin-Wannsee. Mit dem Mauerbau im Jahr 1961 lag der Friedhof im Grenzgebiet und konnte von Westberlin aus nicht mehr betreten werden. Ostberlin nutzte den Friedhof weiter. Reste der 1976 stillgelegten Bahnanlagen sind noch zu erkennen. Das Bahnhofsgebäude hingegen wurde gesprengt. Der Südwestkirchhof bietet Urnenbegräbnisse unter Bäumen. Tafeln mit den Namen der Verstorbenen geben den Angehörigen einen Platz zum Innehalten. Viele historische Grabstätten wurden besonders während der deutschen Teilung nicht gepflegt. Um diese zu erhalten, kann man Grabpatenschaften übernehmen. Man sorgt damit für die Restaurierung und den Erhalt einer Grabstelle und erwirbt gleichzeitig das Recht, dort bestattet zu werden.

Symmetrie in der Natur: der Nordfriedhof München

Die Trauerhalle im Nordfried

Der Nordfriedhof in Münchens Ungererstraße 130 im Stadtteil Schwabing schließt an den Englischen Garten an. Der Stadtbaurat Hans Grässel zeichnet verantwortlich für die exakte symmetrische Ausrichtung des Friedhofs. Ausgehend von der Aussegnungshalle mit ihrer achteckigen Kuppel sind die Grabstellen gerade angelegt wie auf einem Schachbrett mit ungleich großen Feldern. Eröffnet wurde der Nordfriedhof 1899. Bis heute erfuhr er neun Erweiterungen und zeigt insgesamt acht Eingänge, eine Fläche von knapp 31 Hektar mit etwa 32.700 Grabstätten. Mit Liebe zum Detail wurden Hallen und besondere Mauern für Urnen gestaltet, und zahlreiche Brunnen lockern das Gesamtbild auf. Im nördlichen Bereich wird mit Ehrenhain und einem bronzenen Denkmal der Kriegsopfer gedacht.

Die Trauerhalle im Nordfriedhof München

Die Trauer- oder Aussegnungshalle auf dem Nordfriedhof dient für Trauerfeiern. Hans Grässel hat die Halle nach dem Vorbild der Kirche San Vitale im italienischen Ravenna entworfen, von der er die achteckige Kuppel übernommen hat. Für die Gestaltung der Innenräume der Trauerhalle auf dem Nordfriedhof wurde Grässel von der Basillika San Apollinare inspiriert. Eine Leichenhalle und ein Verabschiedungsraum für Trauerfeiern im kleinen Rahmen ergänzen das Ensemble. Die Trauerhalle erlangte auch durch ihre Erwähnung in Thomas Mann´s Novelle „Der Tod in Venedig“ Berühmtheit: Der Protagonist Herr Aschenbach trifft auf einen geheimnisvollen Fremden. Dieses Treffen löst Aschenbachs Fernweh und seine Reise nach Venedig mit ihren dramatischen Folgen aus.

Bekannte Namen

Viele bekannte Persönlichkeiten und Schauspieler sind auf dem Nordfriedhof bestattet. Ihre Grabstätten sind längst zu bekannten Sehenswürdigkeiten geworden, die auch von Touristen besucht werden. Dazu gehören der große Johannes Heesters, Volksschauspieler Beppo Brem und Günther Kaufmann.

Ein besonderer Parkfriedhof: Der Südwestkirchhof

Etwa 28 Kilometer südwestlich von Berlin liegt in Stahnsdorf der Südwestkirchhof. Er besteht seit 1909, hat eine Fläche von 206 Hektar und ist damit einer der größten Friedhöfe in Deutschland. Etwa 150 Hektar waren und sind für Familiengrabstätten vorgesehen, die bis heute individuell gestaltet werden. Durch sein langes Bestehen und die unermüdliche Pflege zeigt der Südwestkirchhof eine einzigartige Sammlung von Grabstätten aus vielen Jahrzehnten. Barock und Klassizismus, Gotik und Expressionismus liegen hier nebeneinander in einer wunderbaren Parklandschaft. In diese fügt sich harmonisch die Friedhofskapelle ein. Komplett aus Holz gebaut, ist sie noch im Original aus 1909 erhalten, Malereien und die Orgel inklusive.

Bekannte Namen auf dem Südwestkirchhof

Der Südwestkirchhof wird von der evangelischen Kirche unterhalten. Der Friedhof ist jedoch offen für alle Menschen, unabhängig von Religion und Herkunft. So finden sich hier die Gräber des großen Baumeisters Walter Gropius, des Sängers und Komponisten Engelbert Humperdinck, der Verleger Gustav Langenscheidt und Louis-Ferdinand Ullstein sowie des Industriellen Werner von Siemens. Der Berliner Maler und Zeichner Heinrich Zille hat ebenfalls auf dem Südwestkirchhof seine letzte Ruhe gefunden. Königin Elizabeth II dankte bei einem Besuch des britischen Soldatenfriedhofs South-Western Cemetery den Pflegern und Betreibern für ihre jahrelangen Bemühungen um den Erhalt der Gräber.

Besonderheiten auf dem Südwestkirchhof

Von 1913 bis 1961 verband eine Friedhofsbahn den Südwestkirchhof mit Berlin-Wannsee. Mit dem Mauerbau lag der Friedhof im Grenzgebiet und konnte von Westberlin aus nicht mehr betreten werden. Ostberlin nutzte den Friedhof weiter. Reste der 1976 stillgelegten Bahnanlagen sind noch zu erkennen, das Bahnhofsgebäude hingegen wurde gesprengt.

Der Südwestkirchhof bietet Urnenbegräbnisse unter Bäumen. Tafeln mit den Namen der Verstorbenen geben den Angehörigen einen Platz zum Innehalten. Viele historische Grabstätten wurden besonders während der deutschen Teilung nicht gepflegt. Um diese zu erhalten, kann man Grabpatenschaften übernehmen. Man sorgt damit für die Restaurierung und den Erhalt einer Grabstelle und erwirbt gleichzeitig das Recht, dort bestattet zu werden.

Ein Friedhof für alle Religionen: Zentralfriedhof Wien

Der Haupteingang zum Zentralfriedhof Wien liegt in der Simmeringer Hauptstraße in Wien.
Er nimmt eine Fläche von 2,5 Quadratkilometern ein und wurde im Oktober 1874 eingeweiht. Er ist für alle Konfessionen und Konfessionslose offen, was zur damaligen Zeit heftige Diskussionen auslöste. Etwa drei Millionen Verstorbene ruhen in über 330.000 Gräbern.

Die Bereiche auf dem Zentralfriedhof Wien

Der Waldfriedhof auf dem Zentralfriedhof Wien ist für Urnen vorgesehen. Diese werden im Uhrzeigersinn um einen Baum angelegt, sodass man sich bereits zu Lebzeiten seinen Baum und die Himmelsrichtung aussuchen kann. Zwei Anatomieanlagen befinden sich ebenfalls auf dem Zentralfriedhof Wien. Diese dienen als Ruhestätten von Menschen, die nach ihrem Tod der Wissenschaft dienten. Auch dieses sind Urnengräber oder auch Urnenwände mit Schildern und Befestigungsmöglichkeiten für Blumenschmuck. Diese Anlagen sind rund und haben in ihrer Mitte eine lange Tafel für Kerzen.
Zwölf Glaubensgemeinschaften haben auf dem Zentralfriedhof Wien jeweils ihre eigenen Bereiche. Hinzu kommt ein besonderer Platz für die Opfer des NS-Regimes. Im islamischen Teil sind alle Gräber nach Mekka ausgerichtet.
Auf dem Zentralfriedhof Wien gibt es einen Park der Ruhe und Kraft. Dieser ist nach geomantischen und energetischen Vorgaben gestaltet. Der Park ist ein Ort für Besinnung und Trauerarbeit und soll die eigenen Kräfte mobilisieren und stärken.

Die Bauten auf dem Zentralfriedhof Wien

Die imposante Friedhofskirche zum Heiligen Karl Borromäus ist im Jugendstil erbaut und wurde umfangreich saniert. Ihr vorgelagert sind die Präsidentengruften, in denen die Bundespräsidenten Österreichs seit 1951 beigesetzt wurden.
Auf dem Gelände des Zentralfriedhofs Wien liegen drei Aufbahrungshallen. Sie können von jedermann gemietet werden. Die größte der Hallen wird für Beerdigungen von Prominenten genutzt. Auf dem Zentralfriedhof Wien sind unter anderem die Schauspieler Curd Jürgens, Theo Lingen und Hans Moser sowie die Komponisten Ludwig van Beethoven, Mozart, Johann Strauß (Vater und Sohn), Robert Stolz und Franz Schubert begraben. Auch das Grab von Falco, dem Enfant terrible der österreichischen Pop-Musik, findet sich hier.

Berühmte Friedhöfe der Welt: Friedhof Ohlsdorf in Hamburg

Der Friedhof Ohlsdorf im Hamburger Stadtteil Ohlsdorf wurde am 1. Juli 1877 eingeweiht. Mit 391 Hektar ist er der größte Parkfriedhof der Welt. Bis zum Jahr 1991 hieß er Hauptfriedhof Ohlsdorf.

 
 
 
Der Friedhof Ohlsdorf zählt etwa 235 000 Grabstellen, davon 21 Mausoleen, von denen 16 in der Zeit zwischen 1887 und 1926 und fünf zwischen 2005 und 2008 entstanden. Es gibt zwölf Kapellen, drei Feierhallen und drei Kolumbarien, mehr als 36 000 Bäume sowie 15 Teiche. Angestellte aus sieben Friedhofsgärtnereien kümmern sich um die Pflege des Geländes, das über 17 Kilometer Wegenetz erschlossen ist. Drei Freilichtmuseen und eines für Bestattungskultur liegen auf dem Friedhof. Im Jahr 1879 hatte Friedhofsdirektor Wilhelm Cordes (1840 bis 1917) die Idee, den Friedhof Ohlsdorf als Erholungspark zu gestalten. Die naturgegebenen Landschaftsformen sollten erhalten und mit Pfl anzungen betont werden. Mit dem Friedhof Ohlsdorf erfüllte sich Cordes seinen Traum. In den 59 Jahren seiner Tätigkeit für den Friedhof beobachtete er die Entwicklung seines Lebenswerks.
 
Die Verleihung des Grand Prix der Pariser Weltausstellung im Jahr 1900 war der Höhepunkt seines Wirkens. Heute eröffnen Führungen den Besuchern die Geheimnisse und Besonderheiten des Friedhofs. Drei ausgeschilderte Wege stehen unter den Mottos „Prominente, Plastiken und Parklandschaft“ (Rot), „Vom Krematorium zur Dichterecke“ (Blau) und „Nordteich und Stiller Weg“ (Grün). Friedhofsbesucher können die letzten Ruhestätten unter anderem von Nobelpreisträger Gustav Hertz, den Schauspielern Hans Albers, Heinz Erhardt und Inge Meysel sowie von Musiker Carlo Karges, Gitarrist und Songschreiber für die Nena-Band, besichtigen. 
 
Der Hamburger Friedhof Ohlsdorf ist in mehrere Bereiche aufgeteilt: Im Rosenhain und der Rosengrabstätte stehen Bepfl anzung und Grabschmuck im Zeichen der Rose. Ein Beet mit Pflanzen, die besonders Schmetterlinge anziehen, ist Mittelpunkt des Schmetterlingsgartens auf einer sonnenbeschienenen Lichtung. Grabsteine und Tafeln werden hier in Gestalt von Schmetterlingen entworfen und vom Steinmetz in Handarbeit gefertigt. Im Ruhewald werden Baumbestattungen vorgenommen. Ein gesonderter Bereich ist für Frauengräber ausgewiesen. Ein geschwungener, mit Rhododendron und Lavendel bepflanzter Weg führt durch die Paar-Anlage, in der ausschließlich Lebensgemeinschaften und Paare beerdigt werden. Die Urnenbestattung kann in jedem Abschnitt des Friedhofs Ohlsdorf erfolgen. In zwei Kapellen befi nden sich oberirdische Kolumbarien.

 

Berühmte Friedhöfe der Welt: Hauptfriedhof in Karlsruhe

Der Karlsruher Hauptfriedhof ist einer der ältesten deutschen kommunalen Parkfriedhöfe. An der Haid-und-Neu-Straße 35-39 liegt der Haupteingang zu der Friedhofsanlage, die sich in der Gestaltung am Konzept des englischen Landschaftsgartens orientiert.

 
 
 
Im November 1874 wurde der Parkfriedhof auf einer Fläche von 15,3 Hektar eröffnet. 1876 folgte die Einweihung der Kapelle. Die landschaftlichen Gegebenheiten erinnern an einen typisch englischen Park: unregelmäßige Einteilungen von Ebenen und baumbestandene Alleen, Büsche und Bäume sind in Gruppen arrangiert. Baurat und Architekt Josef Durm betonte damit den damals noch umstrittenen Erholungswert eines Friedhofs. Durm errichtete mit Materialien wie Marmor, Sandstein und Jaumont das Tor am Haupteingang, die Säulengänge und die Kapelle.
 
Viele Erweiterungen waren seit den 1960er-Jahren erforderlich. Heute hat der Karlsruher Hauptfriedhof eine Fläche von mehr als 34 Hektar und zählt mehr als 32 000 Grabstätten. Neben der Kapelle gibt es auf dem Friedhof die Kleine Kapelle, die 1904 ursprünglich als Krematorium errichtet wurde. Im Inneren befi nden sich Wandmalereien von Josef Asal. Die Kleine Kapelle dient seit 2002 als Trauerhalle bei Beerdigungen. Das Bürklinsche Mausoleum der Familie des Geheimrates Bürklin ist heute das Kolumbarium, der Aufbewahrungsort für Urnen. Erbaut zwischen 1911 und 1913, steht das Museum heute unter Denkmalschutz. Verschiedene Skulpturen und Mahnmale erinnern auf dem Gelände des Friedhofs an die Opfer der beiden Weltkriege. 1930 entstand das erste Denkmal, bestehend aus der Bronzefi gur eines gen Himmel steigenden Jünglings. Weitere Ehrenmale wurden in den Jahren 1955, 1964 und 1993 errichtet. 
 
Auch Bestattungsrituale sind einem Wandel unterworfen. Um diesem Umstand gerecht zu werden, wurde auf dem Karlsruher Hauptfriedhof der Lebensgarten angelegt. Dies ist ein besonderer Weg, der auf verschiedenen Stationen bei der Trauerarbeit hilft. Hier sollen Angehörige und Freunde nach dem Verlust eines nahe stehenden Menschen den Weg zurück in ihr eigenes Leben finden. Dieser Lebensgarten hat Vorbildcharakter und wurde von vielen anderen Städten übernommen. Auf dem Karlsruher Hauptfriedhof werden neben den traditionellen Beisetzungen auch Bestattungen in einem speziell gestalteten Landschaftsgarten, dem Friedpark, und unter Baumwurzeln angeboten. Natürliche Gedenksteine in Form von Findlingen oder Felsstücken markieren diese Grabstellen.

Berühmte Friedhöfe der Welt: La Recoleta in Buenos Aires

Der Friedhof La Recoleta (Cementerio de la Recoleta) liegt im gleichnamigen Stadtteil Recoleta in Buenos Aires, einem der teuersten Wohn- und Geschäftsviertel im Nordosten der argentinischen Hauptstadt.

 
 
 
Er wurde ab 1820 als erster Friedhof der Stadt angelegt und zwei Jahre später eingeweiht. Ab 1880 fanden Modernisierungsmaßnahmen in Form von festen Straßen und einer Ziegelmauer rund um das Gelände statt. Der Friedhof ist in vier Bereiche eingeteilt, in denen mehr als 6000 Gräber liegen. Mehr als 70 Mausoleen wurden zu nationalen Kulturdenkmälern erklärt, wobei das gesamte Gelände ein Nationales Historisches Museum bildet. Kunst und Architektur aus verschiedenen Stilepochen sind auf La Recoleta zu sehen. Von Bescheidenheit kann auf La Recoleta nicht die Rede sein. Die Mausoleen, Grabsteine und Skulpturen spiegeln Status und Reichtum der Verstorbenen wider. Der Friedhof wurde Ruhestätte vieler wohlhabender und prominenter Einwohner. Hier wurden argentinische Präsidenten bestattet, Profi sportler, Wissenschaftler und Schauspieler. Zu den bekanntesten Prominenten zählt Evita Perón.
 
Die größten Bauten auf La Recoleta stehen an den Hauptwegen, die weniger pompösen liegen in den schmalen Seitengassen. Riesige Engel mit ausgebreiteten Flügeln, betende Skulpturen und ganze   Familien mitdem Patriarchen in der Mitte wurden aus wertvollen Steinen gehauen. Urnen werden in Mauernischen in einer Art beschrifteten Schublade untergebracht. Manche der Mausoleen kann man betreten. Da finden sich Särge, Schatullen für Urnen sowie geheimnisvolle Nischen und Gewölbe.
 
La Recoleta ist zudem Heimat viele Katzen. Gegen Sonnenuntergang versammeln sie sich am Haupteingang und warten auf Besucher, die sie mit Futter versorgen. Wegen seiner leicht gruseligen Atmosphäre ist der Friedhof ein beliebter Treffpunkt für Anhänger der Gothic-Bewegung. Die schwarz gekleideten, weiß geschminkten Gestalten haben schon so manchen Besucher erschreckt. Eine Legende besagt, dass Alfred Gath, Gründer eines großen Unternehmens für Kleidung und Heimtextilien in BuenosAires, eine Alarmanlage in seinem Sarg installiert hat für den Fall, dass er aufwacht. Die Bänke in der Stille von La Recoleta werden gern zum Sonnenbaden und für Nickerchen genutzt. Zum Ehrentag des Verstorbenen kommt die Familie am Grab zusammen und feiert ihn mit einem fröhlichen Picknick.

Berühmte Friedhöfe: Südfriedhof in Leipzig

Der Südfriedhof Leipzig ist mit 82 Hektar der größte Friedhof der Messestadt. Er befi ndet sich im Leipziger Süden in unmittelbarer Nähe des Völkerschlachtdenkmals.

 
 
Der Südfriedhof zählt neben dem Hamburger Friedhof Ohlsdorf und dem Südwestkirchhof Stahnsdorf bei Berlin zu den größten parkähnlichen Friedhöfen Deutschlands. Die Planungen für den Friedhof begannen im Jahr 1879. Zunächst wurde er auf einem Gelände von 54 Hektar angelegt. Die Hauptverantwortlichen hierfür waren der Leipziger Gartenbaudirektor Otto Wittenberg und der Architekt Hugo Licht. Nach dem Leipziger Nordfriedhof im Jahr 1881 wurde der Südfriedhof
am 1. Juni 1886 eröffnet. Bis zum Jahr 1924 erweiterte man den Friedhof auf 63 Hektar.
 
Während des Zweiten Weltkriegs wurde die bisher letzte Friedhofserweiterung auf die heutige Fläche von 82 Hektar vorgenommen. Man bestattete die 3474 Opfer der Bombenangriffe auf Leipzig in der heutigen XXVIII. Abteilung. Die moderne Feuerbestattungsanlage mit ihrem 60 Meter hohen Glockenturm ist ein prominentes Wahrzeichen des Südfriedhofs. Das neoromanische Gebäudeensemble, das unter der Leitung des Leipziger Baudirektors Otto Wilhelm Scharenberg errichtet wurde, Maria Laach in der Eifel zum Vorbild und gilt als das größte Friedhofsbauwerk in Deutschland.
 
Der Komplex aus Kapellenanlage, Krematorium und Kolumbarium fügt sich unauffällig in das Gesamtbild ein. Ein weiterer prägender Faktor sind die mehr als 10 000 Rhododendren, die bis zu vier Meter hoch sind und während der Blütezeit einen spektakulären Anblick bieten. Außerdem bestimmen Linden das Aussehen der Anlage, die das Wegenetz in Form eines Lindenblattes umrahmen. 
 
Der Südfriedhof ist nicht nur wegen der vielfältigen Bepflanzung sehenswert, sondern auch wegen der vielen Gräber von Prominenten, die dort bestattet sind beispielsweise Maler Wolfgang Mattheuer (1927 bis 2004), Musiker Klaus Renft (1942 bis 2006) und Schauspieler Fred Delmare (1922 bis 2009). Besonders sehenswert sind die historischen Grabmäler, die teilweise von bedeutenden Künstlern wie Max Klinger, Wolfgang Niedner, Fritz Behn, Max Lange und Carl Seffner in den verschiedensten Stilarten geschaffen wurden. Die gesamte Anlage bietet mehr als 60 Vogelarten eine Heimstatt, so brüten in den Türmen der Friedhofsanlage Turmfalken und Dohlen.

 

Berühmte Friedhöfe der Welt: Alter Katholischer Friedhof Dresden

Der Alte Katholische Friedhof in Dresden zählt zu den ältesten, noch bestehenden, Begräbnisstätten der sächsischen Hauptstadt. Er war zum Zeitpunkt seiner Einweihung im Jahr 1724 der erste katholische Friedhof der Stadt.

 
 
Die Stadt Dresden, die lange Zeit streng protestantisch geprägt war, verbot noch im 17. Jahrhundert katholische Friedhöfe. Durch den Zuzug vieler Künstler, Gelehrter und Beamter, die katholischen Glaubens waren, entstand jedoch die Notwendigkeit, diesem Umstand Rechnung zu tragen. Im Oktober 1720 erteilte August der Starke den Auftrag, den ersten katholischen Friedhof Dresdens anzulegen. So wurde im Jahr 1724 der Alte Katholische Friedhof als erster Friedhof dieser Konfession in Dresden eröffnet. 
 
Im 18. und 19. Jahrhundert entwickelten sich Friedhöfe, darunter der Alte Katholische Friedhof, zu Stätten, auf denen die Bildhauer sich vorzugsweise in stattlichen Grabsteinen verewigten. So beherbergt der Friedhof viele bedeutsame Grabmale aus den Stilepochen des Barock, des Rokoko und des Klassizismus, die von bedeutenden Künstlern geschaffen wurden. Beispielsweise stammt das Grab von Komponist Carl Maria von Weber (1786 bis 1826), der erst im Jahr 1844 auf Betreiben Richard Wagners nach Dresden überführt wurde, vom Erbauer der Semperoper Gottfried Semper. Balthasar Permoser (1651 bis 1732), einer der bedeutendsten Bildhauer des Barock, fand ebenfalls auf dem Alten Katholischen Friedhof in Dresden seine letzte Ruhe. Im Alter von 80 Jahren fertigte er seinen eigenen Grabschmuck. 
 
Auf dem Friedhof fanden viele italienische Künstler, aber auch Unternehmer ihre letzte Ruhestätte. Sie waren oft schon unter August dem Starken nach Dresden gekommen. Viele von ihnen waren am Bau der Katholischen Hofkirche ab 1738 beteiligt. Seit der Gründung des Friedhofs wurden viele Gräber aufgelöst, Grabsteine wurden zerstört oder gingen verloren. Einige dieser Grabsteine konnten im Laufe der Zeit restauriert werden, andere ersetzte man durch Gedenksteine. 
 
Auf dem Friedhof wurden zahlreiche bekannte Persönlichkeiten begraben, so auch Gottfried Semper (1803 bis 1879), der Maler Ferdinand Pauwels (1830 bis 1904), der Schauspieler Karl Sontag (1828 bis 1900) und der Komponist Kurt Striegler (1886 bis1958). Die Anlage des Alten Katholischen Friedhofs zählt zu den Kulturdenkmälern der Dresdner Friedrichstadt.

Berühmte Friedhöfe: Historischer Friedhof in Weimar

Der Historische Friedhof in Weimar in Thüringen ist einer der meistbesuchten Friedhöfe In Deutschland. Auf dem Gelände des Friedhofs befi ndet sich unter anderem auch die Fürstengruft mit den Särgen von Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller.

 
 
 
Der im Jahr 1818 eröffnete Historische Friedhof in Weimar ist eine Parkanlage mit altem Baumbestand und liegt auf einer Anhöhe im Südwesten der Stadt neben dem Poseckschen Garten. Ab 1862 wurde der Friedhof mit größeren Erweiterungen nach Süden und Westen zum Hauptfriedhof Weimars ausgebaut. Der älteste, parkähnliche Friedhofsteil im Norden wird bis heute als Historischer Friedhof bezeichnet. 
 
Um sein Erscheinungsbild zu bewahren, finden nördlich der Fürstengruft keine Beerdigungen mehr statt. Vom Haupteingang des Friedhofs aus führt in Form einer geraden Mittelachse eine etwas nach Süden ansteigende Lindenallee zur Fürstengruft und Russisch-Orthodoxen Kapelle hinauf, die auf einer Anhöhe zusammen das Zentrum des gesamten Friedhofsgeländes bilden. 
 
Die Weimarer Fürstengruft diente ausschließlich als Grabstätte des großherzoglichen Hauses von Sachsen-Weimar-Eisenach – mit Ausnahme von Johann Wolfgang von Goethe (1749 bis 1832) und Friedrich Schiller (1759 bis 1805). Die beiden Dichter wurden auf Wunsch von Großherzog Carl August ebenfalls in der Fürstengruft beigesetzt, denn der Großherzog wollte auch im Tode mit Goethe und Schiller vereint sein. Schillers Sarg ist seit 2008 allerdings leer. Ein Gentest ergab, dass die dort 1827 beerdigten Gebeine nicht seine waren. Die DNA-Untersuchungen an den Gebeinen in der Fürstengruft und an exhumierten Verwandten des Dichters legen den Verdacht nahe, dass Schillers Haupt vor Jahren von Schädeljägern gestohlen wurde. So hat sich die Klassik Stiftung Weimar entschlossen, Schillers Sarg leer in der Fürstengruft zu belassen. 
 
Weitere Grabmale und Kapellen wohlhabender Weimarer Familien sind entlang der umliegenden Friedhofsmauern zu finden. Im Ensemble mit den Bepflanzungen und dem alten Baumbestand der Parkanlage bilden sie eine würdige Umrahmung für die Fürstengruft. Außerdem erinnern auf dem Hauptfriedhof Gemeinschaftsgräber an das Konzentrationslager Buchenwald und die Opfer der Bombenangriffe auf Weimar während des Zweiten Weltkrieges. Im Jahr 1998 hat die UNESCO den zur Klassik Stiftung Weimar gehörenden Historischen Friedhof zusammen mit der Fürstengruft als Teil des Ensembles „Klassisches Weimar“ zum Weltkulturerbe erklärt.

 

Berühmte Friedhöfe: Melaten-Friedhof in Köln

Der Melaten-Friedhof ist der Zentralfriedhof von Köln. Er liegt an der nördlichen Grenze des Stadtteils Lindenthal im Stadtbezirk Köln-Lindenthal. Im Jahr 1243 wurde er erstmals erwähnt. „Malade“, französisch für „krank“, war ursprünglich ein Heim für Aussätzige.

 
 
 
Das Gelände des Gutes Melaten war schon lange vor der Einweihung des Friedhofes im Jahr 1810 ein Ort des Todes. Im Mittelalter war es sogar ein Ort des gewalttätigen Todes, denn es war die öffentliche Hinrichtungsstätte der Stadt. Der 435 000 Quadratmeter große Friedhof besteht aus dem nördlich liegenden Alten Ehrenfelder Friedhof an der Weinsbergstraße, einem der Öffentlichkeit nicht zugänglichen jüdischen Friedhof und dem eigentlichen Melaten-Friedhof.
 
Diesen teilt ein Raster von rechteckig angelegten Wegen. Zwei Hauptwege führen von der Aachener Straße nach Norden, beide werden etwa in der Mitte von der Ost-West-Achse gekreuzt. Insgesamt befinden sich zurzeit 55 000 Gräber auf dem Melaten-Friedhof. Die alte Trauerhalle wurde in den Jahren 1880/81 nach Entwürfen des Architekten Heinrich Wiethase in neoromanischen Formen errichtet. Um 1916 erfolgte eine Erweiterung um eine Längsachse nach Norden, Architekt und Stadtplaner Hans Verbeek und sein Mitarbeiter Klewitz schufen einen klassizistischen Bauteil mit Loggia artigem Vorbau.
 
Nach starken Beschädigungen während des Zweiten Weltkriegs wurde sie nur notdürftig mit einem Flachdach wiederaufgebaut. Mit dem Bau der neuen Trauerhalle am Eingang Piusstraße verlor sie schließlich ihre Funktion und diente lange als Abstellraum. Im Jahre 1980 unter Denkmalschutz gestellt, ist der Melaten-Friedhof heute ein Ausfl ugsziel für Touristen, vor allem wegen der vielen hier bestatteten Prominenten, der interessanten Grabmäler und des parkartigen Charakters der Anlage, die eine ökologische Nische mitten in der Großstadt Köln ist.
 
Letzte Ruhestätte fanden hier Politiker und Gewerkschaftsfunktionär Hans Böckler (1875 bis 1951), Schauspieler Willy Millowitsch (1909 bis 1999) und Komiker Dirk Bach (1961 bis 2012). Auf dem Friedhof liegen außerdem einige Größen des Kölner Karnevals. Während des Kölner Karnevals fi nden Führungen zu Gräbern bekannter Karnevalisten statt, bei denen Besucher Erzählungen und Anekdoten über die Verstorbenen erfahren.

Berühmte Friedhöfe: Jüdischer Friedhof in Berlin-Weißensee

Zu den bekanntesten Friedhöfen, auf denen Verstorbene nach jüdischem Ritus bestattet werden, gehört der in Berlin-Weißensee. Angelegt im Jahr 1880, ist er heute der flächenmäßig größte jüdische Friedhof Europas. Er steht seit den 1970er- Jahren unter Denkmalschutz.

 

Um 1875 war die Mitgliederzahl der Jüdischen Gemeinde in Berlin auf 65 000 angewachsen und als sich die Vollbelegung des Friedhofs in der Schönhauser Allee abzeichnete, erwarb die Jüdische Gemeinde ein mehr als 40 Hektar großes Gelände in Weißensee zur Errichtung einer neuen Begräbnisstätte. Einen Wettbewerb für dessen Gestaltung gewann der Architekt Hugo Licht (1841 bis 1923). Die Anlage des Friedhofs und die meisten Gebäude gehen seinen Entwurf zurück. Die Gräber sind in 120 gitterförmigen Grabfeldern angeordnet, die unterschiedliche streng geometrische Formen wie Rechtecke Dreiecke oder Trapeze haben. Die Felder sind alphabetisch und mit Nummern gekennzeichnet, von A1 am Haupteingang bis P5 am südlichen Rand. Das Gelände des Friedhofs ist weitestgehend mit Bäumen bestanden. Etliche Grabfelder besonders im rechten Friedhofsteil vom Hauptweg aus sind mit Efeu bedeckt. Es gibt nur wenige Bereiche ohne belegte Abteilungen. Entsprechend der jüdischen Tradition werden Grabstätten nicht wieder belegt. Vielmehr sind die Grabstätten bis zum Jüngsten Gericht Begräbnisfl ächen. Direkt am Eingangsbereich, hinter dem prächtigen schmiedeeisernen Portal, befi ndet sicheine Anlage zum Gedenken an die sechs Millionen Opfer des Holocaust. In der Mitte des Rondells steht ein zentraler Gedenkstein der Jüdischen Gemeinde zu Berlin mit folgender Inschrift: „Gedenke Ewiger was uns geschehen. Gewidmet dem Gedächtnis unserer ermordeten Brüder und Schwestern 1933 – 1945 und den Lebenden die das Vermächtnis der Toten erfüllen sollen.“ Der Gedenkstein ist kreisförmig von weiteren liegenden Steinen mit den Namen von Konzentrationslagern umgeben. Hinter dem Rondell befi ndet sich die 1880 von Hugo Licht errichtete alte Trauerhalle, deren Akustik schon zur Zeit ihrer Einweihung gerühmt wurde. Der jüdische Friedhof in Berlin- Weißensee beheimatet etwa 11 600 Gräber, darunter zum Beispiel das des Schriftstellers Stefan Heym (1913 bis 2001), des Journalisten und Schriftstellers Theodor Wolff (1868 bis 1943) und des Verlegers und Gründers des S. Fischer Verlags Samuel Fischer (1859 bis 1934).

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Kai Sender
Sozialarbeiter
Bremen
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